Leitfaden

Unternehmen verkaufen: Der vollstaendige Ablauf in 7 Phasen

Der Verkauf eines Unternehmens dauert in der Regel 6 bis 12 Monate und gliedert sich in sieben Phasen: Vorbereitung, Bewertung, Kaeufersuche, Verhandlung, Due Diligence, Signing und Closing. Dieser Leitfaden fuehrt Sie durch jeden Schritt — von der strategischen Vorbereitung bis zur finalen Uebergabe.

Ein Unternehmensverkauf zaehlt zu den komplexesten und folgenreichsten Entscheidungen im Geschaeftsleben. Ob Nachfolgeloesung im Mittelstand, Exit fuer Gruender oder strategische Portfoliobereinigung — der Erfolg haengt massgeblich von einer strukturierten Prozessfuehrung ab. Unternehmer, die den Ablauf verstehen und sich fruehzeitig vorbereiten, erzielen nachweislich hoehere Kaufpreise und bessere Vertragsbedingungen. Die folgenden sieben Phasen bilden den Standardprozess, wie ihn fuehrende M&A-Berater und Investmentbanken im DACH-Raum umsetzen.

Phase 1: Vorbereitung (3 bis 6 Monate vor Prozessstart)

Die Vorbereitungsphase ist die Grundlage eines erfolgreichen Unternehmensverkaufs — und wird in der Praxis am haeufigsten unterschaetzt. Ziel ist es, das Unternehmen in einen Zustand zu bringen, der den Wert maximiert und den Due-Diligence-Prozess beschleunigt. Erfahrene Berater empfehlen, die Vorbereitung idealerweise 2 bis 3 Jahre vor dem geplanten Verkauf zu beginnen.

Zu den zentralen Massnahmen gehoeren die Bereinigung der Bilanzstruktur, die Optimierung der Ertragslage und die Reduzierung persoenlicher Abhaengigkeiten vom Inhaber. Unternehmen, deren operative Prozesse dokumentiert und deren Managementteam eigenstaendig handlungsfaehig ist, erzielen signifikant hoehere Bewertungsmultiples. Darueber hinaus sollten offene Rechtsstreitigkeiten, unklare Vertragslagen und Altlasten proaktiv bereinigt werden.

Ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung ist die Auswahl des Beraterteams. In der Regel umfasst dies einen M&A-Berater oder eine Investmentbank, einen spezialisierten M&A-Anwalt, einen Steuerberater mit Transaktionserfahrung sowie gegebenenfalls einen Wirtschaftspruefer. Die Kosten fuer das Beraterteam variieren, amortisieren sich jedoch in der Regel durch einen deutlich hoeheren Verkaufspreis und eine professionellere Prozessfuehrung.

Fuer Unternehmer, die eine Nachfolgeloesung in Betracht ziehen, bietet unser Leitfaden zur Unternehmensnachfolge im Mittelstand weitere strategische Orientierung.

Phase 2: Bewertung & Verkaufsunterlagen

Die fundierte Unternehmensbewertung bildet das Rueckgrat des gesamten Verkaufsprozesses. Sie bestimmt die Preiserwartung, die Verhandlungsstrategie und die Kaeuferauswahl. Im DACH-Mittelstand kommen primaer drei Bewertungsmethoden zum Einsatz: das Multiplikatorverfahren (typischerweise EBITDA-Multiples), die Discounted-Cashflow-Methode (DCF) und das Substanzwertverfahren als Wertuntergrenze.

Die EBITDA-Multiples im DACH-Raum variieren erheblich je nach Branche, Unternehmensgroesse und Wachstumsdynamik. Waehrend reife Industrieunternehmen mit Multiples von 4x bis 6x EBITDA bewertet werden, erzielen IT-Services-Unternehmen mit wiederkehrenden Umsaetzen haeufig 8x bis 12x EBITDA. Eine aktuelle Uebersicht finden Sie in unserem Beitrag zu EBITDA-Multiples im DACH-Raum. Fuer eine erste indikative Einschaetzung steht unser Unternehmenswertrechner zur Verfuegung.

Parallel zur Bewertung werden die zentralen Verkaufsunterlagen erstellt. Das Information Memorandum (IM) ist das Kerndokument: eine 30- bis 60-seitige Darstellung des Unternehmens mit Geschaeftsmodell, Finanzkennzahlen, Marktposition, Managementteam und Wachstumsperspektiven. Ergaenzt wird das IM durch ein Executive Summary (Teaser), das Interessenten ohne Offenlegung des Unternehmensnamens anspricht, sowie eine Management-Praesentation fuer spaetere Gespraechsrunden.

Die Qualitaet der Verkaufsunterlagen hat einen direkten Einfluss auf die Anzahl und Qualitaet der eingehenden Angebote. Professionell aufbereitete Unterlagen signalisieren Serioesitaet, reduzieren den Informationsbedarf in der Due Diligence und beschleunigen den gesamten Prozess.

Phase 3: Kaeuferidentifikation & Ansprache

Die systematische Identifikation und Ansprache potenzieller Kaeufer ist die Phase, die massgeblich ueber den erzielbaren Kaufpreis entscheidet. Ein strukturierter Prozess mit mehreren Interessenten erzeugt Wettbewerb und staerkt die Verhandlungsposition des Verkaeufers erheblich. Die Kaeufersuche folgt einem dreistufigen Ansatz: Longlist, Shortlist, Ansprache.

Auf der Longlist befinden sich typischerweise 50 bis 200 potenzielle Kaeufer, die nach strategischem Fit, finanzieller Leistungsfaehigkeit und Akquisitionshistorie bewertet werden. Die Kaeufer lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: strategische Kaeufer (Wettbewerber, angrenzende Branchen, internationale Marktteilnehmer) und Finanzinvestoren (Private-Equity-Fonds, Family Offices, Beteiligungsgesellschaften). Eine vertiefte Analyse der Vor- und Nachteile beider Kaeufertypen finden Sie in unserem Beitrag PE-Investor vs. Strategischer Kaeufer.

Die Ansprache erfolgt in der Regel ueber den M&A-Berater, der zunaechst den anonymisierten Teaser versendet. Bei Interesse unterzeichnet der potenzielle Kaeufer eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) und erhaelt anschliessend das vollstaendige Information Memorandum. Die Qualitaet der Kaeuferansprache — Timing, Tonalitaet und Selektion — ist ein wesentliches Differenzierungsmerkmal professioneller M&A-Berater.

Im Kontext der Deal Origination ist die Kaeuferidentifikation spiegelbildlich: Waehrend der Verkaeufer Kaeufer sucht, suchen Investoren systematisch nach Akquisitionszielen. Ein Verstaendnis beider Perspektiven erleichtert die Verhandlung und beschleunigt den Prozess.

Phase 4: Verhandlung & Letter of Intent (LOI)

Nach der Sichtung des Information Memorandums und ersten Management-Gespraechen geben interessierte Kaeufer indikative Angebote ab. Diese Angebote enthalten eine Kaufpreisbandbreite, die geplante Transaktionsstruktur und wesentliche Bedingungen. Der Verkaeufer und sein Berater bewerten die Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach Transaktionssicherheit, Finanzierungsnachweis, strategischem Fit und den geplanten Bedingungen.

Auf Basis der indikativen Angebote wird eine Shortlist von zwei bis vier Bietern erstellt, die in eine zweite Runde eingeladen werden. In dieser Phase finden ausfuehrliche Management-Praesentationen, Standortbesichtigungen und vertiefende Gespraeche statt. Der bevorzugte Kaeufer unterbreitet anschliessend ein verbindlicheres Angebot in Form eines Letter of Intent (LOI).

Der LOI fixiert die wesentlichen Eckpunkte: indikative Kaufpreisbandbreite, Transaktionsstruktur (Share Deal oder Asset Deal — die Unterschiede erlaeutern wir in unserem Beitrag Asset Deal vs. Share Deal), Zeitplan, Exklusivitaet und Bedingungen. Die Exklusivitaetsklausel ist besonders relevant: Sie verpflichtet den Verkaeufer, fuer einen definierten Zeitraum von typischerweise 6 bis 12 Wochen keine Parallelgespraeche mit anderen Interessenten zu fuehren.

Ein haeuufiger strategischer Fehler ist die vorschnelle Gewaehrung von Exklusivitaet an den erstbesten Bieter. Erfahrene Berater empfehlen, den Wettbewerb so lange wie moeglich aufrechtzuerhalten und Exklusivitaet nur gegen klare Zugestaendnisse beim Kaufpreis oder bei den Vertragsbedingungen zu gewaehren. Die Verhandlung des LOI bestimmt die Verhandlungsdynamik fuer den gesamten restlichen Prozess.

Phase 5: Due Diligence

Die Due Diligence ist die umfassende Pruefung des Unternehmens durch den potenziellen Kaeufer und seine Berater. Sie dient der Verifizierung aller Angaben aus dem Information Memorandum, der Identifikation von Risiken und der Validierung der Bewertungsannahmen. Die Due Diligence ist fuer den Verkaeufer einer der intensivsten Abschnitte des gesamten Prozesses und erfordert erhebliche Management-Kapazitaeten.

Die Pruefung gliedert sich in mehrere Teilbereiche: Die Financial Due Diligence analysiert die historische und prognostizierte Ertragslage, die Qualitaet des EBITDA, das Working Capital, Investitionsbedarf und Cashflow-Muster. Die Legal Due Diligence prueft Gesellschaftsstruktur, wesentliche Vertraege, Arbeitnehmerverhaeltnisse, Immobilienrechte und potenzielle Rechtsstreitigkeiten. Die Tax Due Diligence identifiziert steuerliche Risiken und Optimierungspotenziale. Die Commercial Due Diligence bewertet Marktposition, Wettbewerbsumfeld und Kundenstruktur. Zunehmend gewinnt auch die ESG Due Diligence an Bedeutung.

Die Dokumente werden ueber einen virtuellen Datenraum (VDR) bereitgestellt — eine sichere Online-Plattform mit granularen Zugriffsrechten, Aktivitaetsprotokollen und Q&A-Funktion. Die Vorbereitung des Datenraums mit 300 bis 1.000 Dokumenten ist eine der zeitintensivsten Aufgaben der Verkaufsseite. Unternehmen, die den Datenraum bereits in der Vorbereitungsphase (Phase 1) aufsetzen, verkuerzen die Due-Diligence-Dauer erheblich.

Ergebnisse der Due Diligence fuehren haeufig zu Kaufpreisanpassungen oder zusaetzlichen Garantien im Kaufvertrag. Typische Findings betreffen die EBITDA-Normalisierung, abweichende Umsatzrealisierung, offene Steuerrisiken oder Abhaengigkeiten von einzelnen Kunden oder Lieferanten. Eine professionelle Vendor Due Diligence — also eine vom Verkaeufer vorab beauftragte Pruefung — kann ueberraschende Findings minimieren und den Prozess beschleunigen.

Phase 6: Kaufvertrag & Signing

Der Kaufvertrag — bei einem Share Deal als Share Purchase Agreement (SPA), bei einem Asset Deal als Asset Purchase Agreement (APA) bezeichnet — ist das zentrale Vertragsdokument der Transaktion. Er uebersetzt die wirtschaftlichen Eckpunkte des LOI in rechtlich bindende Vereinbarungen und regelt alle Details des Eigentumsuebergangs.

Die wesentlichen Bestandteile eines SPA umfassen: den Kaufgegenstand (Anteile oder Vermoegenswerte), den Kaufpreismechanismus (Festpreis, Locked-Box oder Closing-Accounts-Mechanismus), Garantien und Gewaehrleistungen (Representations & Warranties) des Verkaeufers, Freistellungsverpflichtungen (Indemnities), aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent) fuer das Closing, Wettbewerbsverbote sowie gegebenenfalls Earn-Out-Regelungen, die einen Teil des Kaufpreises an die kuenftige Geschaeftsentwicklung knuepfen.

Die Verhandlung des Kaufvertrags ist ein intensiver juristischer Prozess, der mehrere Wochen in Anspruch nimmt und typischerweise 5 bis 15 Verhandlungsrunden umfasst. Zentrale Verhandlungspunkte sind der Garantiekatalog und dessen Haftungsobergrenzen, die Laufzeit der Garantien, der Kaufpreismechanismus und die Bedingungen fuer das Closing. Das Signing — die Unterzeichnung des Kaufvertrags — markiert den rechtlichen Abschluss der Verhandlungen, nicht jedoch den wirtschaftlichen Eigentumsuebergang.

Die Wahl der Transaktionsstruktur hat erhebliche steuerliche und rechtliche Konsequenzen. Eine detaillierte Gegenuberstellung der beiden gaengigen Strukturen finden Sie in unserem Beitrag Asset Deal vs. Share Deal.

Phase 7: Closing & Uebergabe

Das Closing ist der wirtschaftliche Vollzug der Transaktion: Der Kaufpreis wird gezahlt, die Unternehmensanteile oder Vermoegenswerte werden uebertragen und der Eigentumsuebergang wird rechtlich wirksam. Zwischen Signing und Closing liegt typischerweise ein Zeitraum von 4 bis 12 Wochen, in dem die im Kaufvertrag definierten aufschiebenden Bedingungen (Conditions Precedent) erfuellt werden muessen.

Typische aufschiebende Bedingungen umfassen kartellrechtliche Freigaben (bei Transaktionen ueber den Schwellenwerten des GWB), Zustimmungen wesentlicher Vertragspartner (Change-of-Control-Klauseln in Kunden- oder Lieferantenvertraegen), die Sicherstellung der Finanzierung auf Kaeuferseite, die Einhaltung bestimmter Geschaeftskennzahlen im Zeitraum zwischen Signing und Closing (Material Adverse Change-Klausel) sowie behoerdliche Genehmigungen bei regulierten Branchen.

Am Closing-Tag werden saemtliche Vollzugshandlungen in einem koordinierten Ablauf durchgefuehrt: notarielle Beurkundung der Anteilsabtretung, Kaufpreiszahlung auf das Treuhandkonto oder direkt an den Verkaeufer, Uebergabe der Geschaeftsfuehrung und Handelsregisteranmeldung. Bei internationalen Transaktionen koennen zusaetzliche Schritte in verschiedenen Jurisdiktionen erforderlich sein.

Die Post-Closing-Phase verdient besondere Aufmerksamkeit: In den meisten Transaktionen bleibt der ehemalige Inhaber fuer einen Uebergangszeitraum von 6 bis 24 Monaten im Unternehmen, um den Wissenstransfer sicherzustellen und Kunden- sowie Lieferantenbeziehungen zu ueberleiten. Diese Uebergangsphase wird haeufig im Kaufvertrag durch Beratungsvertraege, Earn-Out-Strukturen oder gestaffelte Kaufpreiszahlungen incentiviert. Ein professionell geplanter Uebergangsprozess minimiert Wertvernichtung und sichert die Kontinuitaet des Geschaeftsbetriebs.

Zeitplan im Ueberblick: 7 Phasen des Unternehmensverkaufs

Die folgende Tabelle zeigt den typischen Zeitplan eines strukturierten Unternehmensverkaufs im DACH-Mittelstand. Die Dauern sind Richtwerte und koennen je nach Transaktionskomplexitaet, Branche und Anzahl der Bieter variieren.

PhaseDauerKernaktivitaetenBeteiligte
1. Vorbereitung3 – 6 Mon.Bilanzbereinigung, Prozessdokumentation, BeraterauswahlInhaber, Steuerberater, M&A-Berater
2. Bewertung4 – 8 Wo.Unternehmensbewertung, IM-Erstellung, TeaserM&A-Berater, WP, Steuerberater
3. Kaeufersuche4 – 8 Wo.Longlist, NDA-Versand, IM-Verteilung, ErstgespraecheM&A-Berater, Inhaber
4. Verhandlung4 – 6 Wo.Indikative Angebote, Management-Praesentation, LOIM&A-Berater, Inhaber, Anwalt
5. Due Diligence4 – 8 Wo.Financial, Legal, Tax, Commercial DD, Q&AKaeufer-Berater, WP, Anwalt, Management
6. Kaufvertrag4 – 8 Wo.SPA-Verhandlung, Garantien, SigningAnwaelte, M&A-Berater, Notar
7. Closing4 – 12 Wo.Conditions Precedent, Kartellfreigabe, Vollzug, UebergabeAnwaelte, Notar, Behoerden, Management

Insgesamt betraegt die Gesamtdauer eines strukturierten Verkaufsprozesses 6 bis 12 Monate ab Prozessstart. Die Vorbereitungsphase addiert weitere 3 bis 6 Monate. Transaktionen mit kartellrechtlichen Genehmigungsverfahren oder komplexen regulatorischen Anforderungen koennen deutlich laenger dauern.

Glossar: Wichtige Begriffe beim Unternehmensverkauf

Der M&A-Prozess verwendet eine Vielzahl englischer Fachbegriffe, die auch im deutschsprachigen Raum gaengig sind. Die folgenden Definitionen erlaeutern die zentralen Begriffe im Kontext des Unternehmensverkaufs.

NDA (Non-Disclosure Agreement)
Vertraulichkeitsvereinbarung, die der potenzielle Kaeufer vor Erhalt des Information Memorandums unterzeichnet. Schuetzt sensible Unternehmensdaten vor Weitergabe und Missbrauch. Typische Laufzeit: 2 bis 3 Jahre.
Information Memorandum (IM)
Umfassendes Verkaufsdokument (30 bis 60 Seiten), das das Unternehmen detailliert darstellt: Geschaeftsmodell, Finanzkennzahlen, Marktumfeld, Managementteam und Wachstumsstrategie. Dient als zentrale Entscheidungsgrundlage fuer potenzielle Kaeufer.
LOI (Letter of Intent)
Absichtserklaerung des Kaeufers, die die wesentlichen Eckpunkte der geplanten Transaktion festhalt: indikative Kaufpreisbandbreite, Transaktionsstruktur, Zeitplan und Exklusivitaet. In der Regel nicht bindend hinsichtlich der Kaufverpflichtung, aber bindend bezueglich Vertraulichkeit und Exklusivitaet.
Due Diligence
Sorgfaeltige Pruefung des Zielunternehmens durch den Kaeufer in den Bereichen Finanzen, Recht, Steuern, Marktposition und gegebenenfalls Technik oder ESG. Dient der Risikobewertung und Kaufpreisvalidierung. Dauer: 4 bis 8 Wochen.
SPA (Share Purchase Agreement)
Kaufvertrag bei einem Share Deal (Anteilskauf). Regelt den Erwerb der Gesellschaftsanteile und enthaelt Kaufpreismechanismus, Garantien, Freistellungen, aufschiebende Bedingungen und Wettbewerbsverbote. Das Aequivalent beim Asset Deal ist das Asset Purchase Agreement (APA).
Signing
Unterzeichnung des Kaufvertrags (SPA/APA) durch Kaeufer und Verkaeufer. Markiert den rechtlichen Abschluss der Vertragsverhandlungen. Der wirtschaftliche Eigentumsuebergang erfolgt erst beim Closing.
Closing
Wirtschaftlicher Vollzug der Transaktion: Kaufpreiszahlung und Eigentumsuebergang. Erfolgt nach Erfuellung aller aufschiebenden Bedingungen (Conditions Precedent). Kann gleichzeitig mit dem Signing oder zeitversetzt (4 bis 12 Wochen spaeter) stattfinden.
Earn-Out
Variable Kaufpreiskomponente, die an die kuenftige Geschaeftsentwicklung geknuepft ist. Typischerweise basierend auf EBITDA- oder Umsatzzielen ueber einen Zeitraum von 1 bis 3 Jahren nach Closing. Dient der Ueberbrueckung von Bewertungsdifferenzen zwischen Kaeufer und Verkaeufer und incentiviert die Mitwirkung des Altinhabers in der Uebergangsphase.

Haeufig gestellte Fragen zum Unternehmensverkauf

Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

Ein strukturierter Unternehmensverkauf dauert in der Regel 6 bis 12 Monate vom Beginn der Vorbereitung bis zum Closing. Komplexe Transaktionen mit regulatorischen Genehmigungen oder mehreren Bietern koennen 12 bis 18 Monate beanspruchen. Die Vorbereitungsphase allein dauert typischerweise 3 bis 6 Monate und wird haeufig unterschaetzt. Entscheidend fuer die Dauer sind die Qualitaet der Verkaufsunterlagen, die Anzahl potenzieller Kaeufer und die Komplexitaet der Unternehmensstruktur.

Was kostet ein M&A-Berater?

M&A-Berater arbeiten typischerweise mit einer Kombination aus Retainer (monatliche Fixgebuehr von 5.000 bis 15.000 Euro) und Success Fee (Erfolgsprovision von 1,5 bis 5 Prozent des Transaktionsvolumens). Bei kleineren Transaktionen unter 10 Millionen Euro liegt die Success Fee haeufig bei 3 bis 5 Prozent, bei groesseren Deals sinkt der Prozentsatz. Manche Berater arbeiten mit einer Lehman-Formel oder gestaffelten Saetzen. Zusaetzlich fallen Kosten fuer Rechtsberatung, Steuerberatung und Wirtschaftspruefung an, die zusammen 50.000 bis 200.000 Euro betragen koennen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, ein Unternehmen zu verkaufen?

Der optimale Verkaufszeitpunkt liegt dann, wenn das Unternehmen profitabel waechst, die Abhaengigkeit vom Inhaber reduziert ist und die Marktbedingungen guenstig sind. Idealtypisch verkauft man aus einer Position der Staerke: steigende Umsaetze, stabile EBITDA-Margen und ein diversifizierter Kundenstamm erhoehen den erzielbaren Kaufpreis erheblich. Persoenliche Faktoren wie Alter, Gesundheit und Nachfolgeperspektive spielen ebenfalls eine Rolle. Grundsaetzlich gilt: Die Vorbereitung sollte 2 bis 3 Jahre vor dem gewuenschten Verkaufszeitpunkt beginnen.

Wie finde ich den richtigen Kaeufer fuer mein Unternehmen?

Die Kaeufersuche erfolgt ueber drei Kanaele: Erstens ueber M&A-Berater und Investmentbanken, die Zugang zu einem breiten Netzwerk potenzieller Erwerber haben. Zweitens ueber spezialisierte Plattformen und Deal-Origination-Dienstleister, die gezielt strategische Investoren und Private-Equity-Fonds ansprechen. Drittens ueber Direktansprache in der eigenen Branche. Der richtige Kaeufer bietet nicht nur den besten Preis, sondern auch die beste Perspektive fuer Mitarbeiter, Standort und Unternehmensfortfuehrung. Die Entscheidung zwischen einem strategischen Kaeufer und einem Finanzinvestor hat erhebliche Auswirkungen auf den Transaktionsprozess.

Was ist ein Letter of Intent (LOI)?

Ein Letter of Intent (LOI), auch Absichtserklaerung genannt, ist ein vorvertragliches Dokument, in dem der potenzielle Kaeufer sein Kaufinteresse und die wesentlichen Eckpunkte der geplanten Transaktion festhalt. Der LOI enthaelt typischerweise die indikative Kaufpreisbandbreite, die geplante Transaktionsstruktur (Share Deal oder Asset Deal), Exklusivitaetsvereinbarungen, den Zeitplan fuer die Due Diligence sowie wesentliche Bedingungen. Der LOI ist in der Regel rechtlich nicht bindend hinsichtlich der Kaufverpflichtung, enthaelt aber bindende Klauseln zu Vertraulichkeit und Exklusivitaet.

Was passiert bei der Due Diligence?

Die Due Diligence ist die umfassende Pruefung des Zielunternehmens durch den potenziellen Kaeufer. Sie gliedert sich in mehrere Teilbereiche: Financial Due Diligence (Pruefung der Finanzzahlen, Ertragsqualitaet, Working Capital), Legal Due Diligence (Vertraege, Rechtsstreitigkeiten, Compliance), Tax Due Diligence (Steuersituation, latente Steuerrisiken), Commercial Due Diligence (Marktposition, Wettbewerb, Kundenstruktur) und gegebenenfalls Technical oder ESG Due Diligence. Der Prozess dauert 4 bis 8 Wochen und erfordert umfangreiche Dokumentenbereitstellung durch den Verkaeufer in einem virtuellen Datenraum.

Was ist der Unterschied zwischen Signing und Closing?

Signing und Closing sind zwei rechtlich getrennte Schritte beim Unternehmensverkauf. Beim Signing unterzeichnen die Parteien den Kaufvertrag (SPA). Die Eigentumsuebergang und Kaufpreiszahlung erfolgen jedoch erst beim Closing. Zwischen Signing und Closing liegt typischerweise ein Zeitraum von 4 bis 12 Wochen, in dem aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent) erfuellt werden muessen — etwa kartellrechtliche Freigaben, Zustimmungen von Vertragspartnern oder bestimmte Geschaeftskennzahlen. Bei einfacheren Transaktionen koennen Signing und Closing auch gleichzeitig stattfinden (Simultaneous Signing and Closing).

Brauche ich einen M&A-Berater fuer den Unternehmensverkauf?

Ein erfahrener M&A-Berater ist fuer die meisten Unternehmensverkaeufe dringend empfehlenswert. Der Berater uebernimmt die professionelle Aufbereitung der Verkaufsunterlagen, fuehrt eine marktgerechte Bewertung durch, identifiziert und spricht potenzielle Kaeufer an, koordiniert den gesamten Prozess und verhandelt im Interesse des Verkaeufers. Studien zeigen, dass M&A-Berater den erzielbaren Kaufpreis um 10 bis 25 Prozent steigern koennen, da sie Wettbewerb unter den Bietern erzeugen und professionelle Verhandlungsdynamiken nutzen. Zudem schuetzt der Berater den Verkaeufer vor typischen Fallstricken und sorgt fuer einen strukturierten Ablauf.

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