Leitfaden

EBITDA-Multiples nach Branchen im DACH-Raum

Die durchschnittlichen EBITDA-Multiples fuer KMU im DACH-Raum liegen je nach Branche zwischen 3,5x und 10x. Die hoechsten Bewertungen erzielen Software/SaaS-Unternehmen (6–14x), die niedrigsten Handwerksbetriebe und Gastronomie (2,5–5,5x).

Die folgende Uebersicht zeigt aktuelle Bewertungsbandbreiten fuer 16 Branchen im deutschsprachigen Raum. Die Werte repraesentieren Enterprise-Value-zu-EBITDA-Multiples fuer kleine und mittlere Unternehmen mit einem EBITDA zwischen 0,5 und 5 Millionen Euro. Sie dienen als Orientierung fuer Deal Origination und Transaktionsprozesse und ersetzen keine individuelle Unternehmensbewertung.

EBITDA-Multiples nach Branchen (DACH 2026)

Die Tabelle ist absteigend nach Median-Multiple sortiert. Branchen mit Sektor-Detailseiten sind verlinkt. Die Trend-Spalte zeigt die Entwicklung gegenueber dem Vorjahr an.

BrancheMinMedianMaxTrend
Softwareentwicklung & SaaS6.0x9.0x14.0x
IT-Services & Managed Services5.0x7.0x10.0x
Healthcare & Medizintechnik5.0x7.0x10.0x
Umwelt & Entsorgung4.5x6.5x9.0x
Gebaeudetechnik & Brandschutz4.5x6.0x8.0x
Elektrotechnik & Automation4.5x6.0x8.5x
Industrieservices & Technische Dienstleistungen4.0x5.5x7.5x
Maschinenbau & Anlagenbau4.0x5.7x8.0x
Facility Management & Gebaeudeservices4.0x5.5x7.0x
Logistik & Transport3.5x5.0x7.0x
Beratung & Professional Services3.5x5.0x8.0x
Sonstige Dienstleistungen3.5x5.0x7.0x
Sonstige Produktion3.5x5.0x7.0x
Handwerk & Baugewerbe3.0x4.5x6.0x
E-Commerce & Handel3.0x4.0x6.0x
Gastronomie & Lebensmittel2.5x4.0x5.5x

Quelle: Aggregation oeffentlich zugaenglicher Transaktionsdaten, Branchenberichte und proprietaere SourcingClub-Analyse. Stand: Q1 2026. Alle Angaben ohne Gewaehr. Die Werte beziehen sich auf EV/EBITDA-Multiples fuer KMU mit 0,5–5 Mio. EUR EBITDA.

Einflussfaktoren auf den Multiple

Die Bewertung eines Unternehmens ueber Multiples ist keine mechanische Uebung. Vier zentrale Faktoren bestimmen, wo innerhalb der Branchenbandbreite ein spezifisches Unternehmen einzuordnen ist. Das Verstaendnis dieser Treiber ist entscheidend fuer Kaeufer und Verkaeufer gleichermassen.

1. Unternehmensgroesse

Groessere Unternehmen erzielen systematisch hoehere Multiples. Ein IT-Dienstleister mit 5 Mio. Euro EBITDA wird in der Regel 1,5x bis 2,0x hoeher bewertet als ein vergleichbares Unternehmen mit 0,5 Mio. Euro EBITDA. Die Gruende: breitere Kundenbasis, professionellere Managementstrukturen, geringere Klumpenrisiken und hoehere Attraktivitaet fuer institutionelle Investoren. Dieser sogenannte Size Premium ist einer der konsistentesten Effekte in der Unternehmensbewertung.

2. Umsatzwachstum

Organisches Wachstum ist der staerkste Einzeltreiber fuer hoehere Multiples. Unternehmen mit einem CAGR von ueber 10 Prozent erzielen im Schnitt 1,0x bis 2,0x hoehere Multiples als stagnierende Vergleichsunternehmen. Im SaaS-Bereich gilt die sogenannte Rule of 40 als Benchmark: Die Summe aus Umsatzwachstum und EBITDA-Marge sollte mindestens 40 Prozent betragen. Wachstumsstarke Unternehmen signalisieren dem Kaeufer Skalierungspotenzial und Marktrelevanz.

3. Wiederkehrende Umsaetze

Der Anteil wiederkehrender oder vertraglich gesicherter Umsaetze (Recurring Revenue) hat einen ueberproportionalen Einfluss auf die Bewertung. Ein Facility-Management-Unternehmen mit 80 Prozent Rahmenvertraegen wird hoeher bewertet als ein Projektgeschaeft mit vergleichbarem EBITDA. Im Software-Bereich unterscheiden Investoren streng zwischen einmaligen Lizenzumsaetzen und Subscription-Modellen. Letztere koennen den Multiple um 2x bis 4x erhoehen.

4. Inhaberabhaengigkeit

Je staerker ein Unternehmen vom Gruender oder Geschaeftsfuehrer abhaengt, desto niedriger faellt der Multiple aus. Kaeufer pruefen systematisch, ob das Unternehmen ueber ein belastbares zweites Management-Level verfuegt, ob Kundenbeziehungen institutionalisiert sind und ob Prozesse dokumentiert und skalierbar aufgestellt sind. Inhabergefuehrte Mittelstaendler, die eine professionelle Verkaufsvorbereitung durchlaufen, koennen ihren Multiple durch gezielte Massnahmen um 0,5x bis 1,5x steigern.

Weitere bewertungsrelevante Faktoren umfassen die Kundenkonzentration (Top-5-Kunden unter 30 Prozent des Umsatzes ist ideal), die Wettbewerbsposition im relevanten Markt, regulatorische Eintrittsbarrieren, die Qualitaet der Finanzberichterstattung und das Zukunftspotenzial durch Digitalisierung oder Nachhaltigkeitsthemen. Investoren im Deal Origination-Prozess gewichten diese Faktoren systematisch, um die Bandbreite fuer ein spezifisches Target einzugrenzen.

EBIT vs. EBITDA: Unterschiede und Anwendung

Bei der Multiple-basierten Bewertung werden zwei Gewinnkennzahlen verwendet, die haeufig verwechselt werden:

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes): Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern. Beruecksichtigt Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermoegenswerte.

EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Eliminiert den Einfluss unterschiedlicher Abschreibungsmethoden.

In der M&A-Praxis hat sich EBITDA als gaengigere Bezugsgroesse durchgesetzt. Der Grund: EBITDA eliminiert buchhalterische Verzerrungen durch unterschiedliche Abschreibungspolitiken und macht Unternehmen besser vergleichbar. Fuer kapitalintensive Branchen wie Industrieservices oder Maschinenbau ist der Unterschied zwischen EBIT- und EBITDA-Multiple jedoch erheblich und muss bei der Interpretation beruecksichtigt werden.

Ein Beispiel: Ein Maschinenbauunternehmen mit einem EBIT von 1,0 Mio. Euro und Abschreibungen von 0,5 Mio. Euro hat ein EBITDA von 1,5 Mio. Euro. Bei einem Enterprise Value von 8,0 Mio. Euro ergibt sich ein EV/EBIT von 8,0x, aber ein EV/EBITDA von nur 5,3x. Derselbe Unternehmenswert, zwei voellig unterschiedliche Multiples. Die in unserer Tabelle dargestellten Werte beziehen sich durchgehend auf EV/EBITDA.

Wichtig: Vor der Anwendung eines Multiples muss das EBITDA bereinigt werden. Uebliche Bereinigungen umfassen das marktgerechte Inhabergehalt, einmalige Kosten (Rechtsstreitigkeiten, Umzuege), nicht betriebsnotwendige Aufwendungen (privater PKW, Reisekosten) sowie periodfremde Ertraege und Aufwendungen. Der bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) ist die Basis jeder serioesen Bewertung.

Trend-Spalte: So lesen Sie die Pfeile

Die Trend-Spalte in der Branchentabelle zeigt die Entwicklung der Median-Multiples gegenueber dem Vorjahr (Q1 2025) an. Die Interpretation:

Steigend: Der Median-Multiple ist gegenueber dem Vorjahr um mindestens 0,3x gestiegen. Dies betrifft aktuell Software/SaaS, IT-Services, Healthcare und Umwelt/Entsorgung. Treiber sind hohe Nachfrage seitens PE-Investoren, Digitalisierungstrends und regulatorischer Rueckenwind.

Stabil: Der Multiple bewegt sich im Rahmen von +/-0,3x um den Vorjahreswert. Dies trifft auf die Mehrheit der Branchen zu, darunter Gebaeudetechnik, Maschinenbau und Beratung. Stabile Multiples signalisieren ein ausgeglichenes Verhaeltnis von Angebot und Nachfrage auf dem M&A-Markt.

Fallend: Der Median-Multiple ist um mehr als 0,3x gesunken. Betroffen sind Logistik, Handwerk/Baugewerbe, E-Commerce und Gastronomie. Gruende umfassen konjunkturelle Abkuehlung, Margendruck durch steigende Inputkosten und strukturelle Herausforderungen durch veraendertes Konsumentenverhalten.

Wichtig: Die Trends beschreiben Marktdurchschnitte. Ein hervorragend positioniertes Unternehmen in einer Branche mit fallendem Trend kann dennoch am oberen Ende der Bandbreite oder darueber bewertet werden. Umgekehrt schuetzt ein steigender Branchentrend nicht vor niedrigen Bewertungen bei individuellen Schwaechen.

Beispielrechnungen: Vom EBITDA zum Unternehmenswert

Die folgenden drei Beispiele illustrieren, wie EBITDA-Multiples in der Praxis angewandt werden. Alle Werte sind vereinfacht und dienen der Veranschaulichung. Fuer eine individuelle Einschaetzung nutzen Sie unseren Unternehmenswertrechner.

Beispiel 1: IT-Dienstleister (Managed Services)

Umsatz: 6,0 Mio. EUR

Bereinigtes EBITDA: 1,2 Mio. EUR (20% Marge)

Recurring Revenue: 75%

Wachstum (CAGR 3J): 12%

Angewandter Multiple: 7,5x (oberes Quartil der Branchenbandbreite 5,0–10,0x)

Enterprise Value: 1,2 Mio. x 7,5 = 9,0 Mio. EUR

Nettofinanzschulden: -0,4 Mio. EUR

Equity Value: 8,6 Mio. EUR

Begruendung: Hoher Recurring-Anteil und zweistelliges Wachstum rechtfertigen einen Multiple deutlich ueber dem Branchenmedian (7,0x).

Beispiel 2: Gebaeudetechnik-Betrieb (Brandschutz)

Umsatz: 4,5 Mio. EUR

Bereinigtes EBITDA: 0,7 Mio. EUR (16% Marge)

Wartungsvertraege: 45% des Umsatzes

Wachstum (CAGR 3J): 6%

Angewandter Multiple: 6,0x (Median der Branchenbandbreite 4,5–8,0x)

Enterprise Value: 0,7 Mio. x 6,0 = 4,2 Mio. EUR

Nettofinanzschulden: -0,3 Mio. EUR

Equity Value: 3,9 Mio. EUR

Begruendung: Solides Geschaeft mit moderatem Wartungsanteil. Regulatorischer Rueckenwind (Brandschutzvorschriften) stuetzt die Bewertung auf Medianhoehe.

Beispiel 3: Handwerksbetrieb (Elektroinstallation)

Umsatz: 2,8 Mio. EUR

Bereinigtes EBITDA: 0,35 Mio. EUR (13% Marge)

Recurring Revenue: 15% (Wartungsvertraege)

Wachstum (CAGR 3J): 3%

Angewandter Multiple: 4,0x (unteres Quartil der Bandbreite 3,0–6,0x)

Enterprise Value: 0,35 Mio. x 4,0 = 1,4 Mio. EUR

Nettofinanzschulden: -0,1 Mio. EUR

Equity Value: 1,3 Mio. EUR

Begruendung: Geringe Groesse, niedrige Recurring-Basis und hohe Inhaberabhaengigkeit fuehren zu einem Multiple am unteren Ende der Bandbreite.

Die Beispiele zeigen: Der Multiple ist keine fixe Zahl, sondern spiegelt die individuelle Qualitaet des Unternehmens wider. Zwischen dem unteren und oberen Ende der Branchenbandbreite koennen Bewertungsunterschiede von 100 Prozent und mehr liegen. Eine fundierte Einschaetzung erfordert immer die Analyse der unternehmensspezifischen Werttreiber.

Fuer eine detailliertere Analyse der verschiedenen Bewertungsmethoden empfehlen wir unseren separaten Leitfaden, der neben der Multiple-Methode auch DCF-Verfahren und Substanzwertansaetze behandelt.

Branchenspezifische Einordnung

Software & SaaS: Premium-Bewertungen mit Substanz

Mit einem Median-Multiple von 9,0x erzielen Software- und SaaS-Unternehmen die hoechsten Bewertungen im DACH-Mittelstand. Der Grund liegt in der Kombination aus hoher Skalierbarkeit, niedrigen Grenzkosten und planbaren Recurring-Umsaetzen. PE-Investoren zahlen fuer SaaS-Plattformen mit Net-Revenue-Retention ueber 110 Prozent und einer Rule-of-40-Performance bereitwillig zweistellige Multiples. Fuer reine Projektgeschaefte ohne Subscription-Modell liegen die Multiples naeher bei 6x bis 7x.

Healthcare: Regulatorische Stabilitaet als Werttreiber

Healthcare und Medizintechnik profitieren von nichtzyklischer Nachfrage, demografischem Rueckenwind und hohen regulatorischen Eintrittsbarrieren. Spezialisierte Labore, Medizinproduktehersteller und ambulante Versorgungszentren erzielen regelmaessig Multiples am oberen Ende der Bandbreite. Besonders attraktiv sind Unternehmen mit Kassenzulassungen, CE-Zertifizierungen oder etablierten Vertriebskanaelen in den Kliniknetzwerken.

Handwerk & Bau: Fachkraeftemangel als Bewertungsrisiko

Mit einem Median von 4,5x gehoert das Handwerk zu den am niedrigsten bewerteten Branchen. Strukturelle Herausforderungen wie Fachkraeftemangel, geringe Digitalisierung, hohe Inhaberabhaengigkeit und projektbasierte Umsaetze druecken die Multiples. Fuer Buy-&-Build-Plattformen bietet dies jedoch Chancen: Durch Konsolidierung mehrerer Betriebe mit professionellem Management lassen sich Multiple-Arbitragen von 2x bis 3x realisieren.

Umwelt & Entsorgung: Nachhaltigkeit treibt Bewertungen

Umwelt- und Entsorgungsunternehmen verzeichnen einen der staerksten positiven Trends im DACH-Raum. ESG-Regulierung, Kreislaufwirtschaft und steigende Deponiekosten erhoehen die strategische Relevanz der Branche. Unternehmen mit eigenen Verwertungsanlagen, langfristigen kommunalen Vertraegen oder spezialisierten Entsorgungslizenzen erzielen Multiples am oberen Rand der Bandbreite von 9,0x.

Praktische Anwendung fuer Kaeufer und Verkaeufer

Fuer Unternehmer und Verkaeufer

Multiples dienen als erster Anhaltspunkt fuer die Preisfindung. Verkaeufer sollten ihren bereinigten EBITDA sorgfaeltig aufbereiten und den Multiple-Einfluss der wesentlichen Werttreiber verstehen. Eine professionelle Vorbereitung kann den erzielten Multiple erheblich steigern. Drei konkrete Massnahmen: Erstens, die Reduktion der Inhaberabhaengigkeit durch Aufbau einer zweiten Fuehrungsebene. Zweitens, die Erhoehung des Anteils wiederkehrender Umsaetze durch Rahmen- und Wartungsvertraege. Drittens, die Steigerung der Transparenz durch ein sauberes Reporting. Mehr dazu in unserem Leitfaden Unternehmen verkaufen.

Fuer PE-Investoren und Corporates

Kaeufer nutzen Multiples als Screening-Kriterium und Verhandlungsbasis. Entscheidend ist die Bereinigung des EBITDA und die Einordnung in den Branchenkontext. Fuer Deal Origination-Strategien ermoeglichen proprietary Zugaenge in der Regel einen Multiple-Abschlag von 1,0x bis 2,0x gegenueber Auktionsprozessen. Der SourcingClub unterstuetzt bei der systematischen Identifikation und Vorqualifizierung von Targets unterhalb des Auktionsradars.

Häufig gestellte Fragen

Wo finde ich aktuelle Multiples?

Aktuelle EBITDA-Multiples werden von spezialisierten Datenanbietern wie dem Finance Magazin Multiple-Monitor, dem FINANCE-Multiples-Barometer, Pitchbook, Refinitiv und Duff & Phelps publiziert. Fuer den DACH-Mittelstand sind zudem die Transaktionsdatenbanken Zephyr (Bureau van Dijk) und MergerMarket relevant. Die hier dargestellten Spannen basieren auf einer Aggregation oeffentlich zugaenglicher Transaktionsdaten und repraesentieren typische KMU-Bewertungen mit einem EBITDA zwischen 0,5 und 5 Mio. Euro.

Warum unterscheiden sich Multiples so stark?

Multiples spiegeln die risiko- und wachstumsadjustierte Ertragskraft eines Unternehmens wider. Ein SaaS-Unternehmen mit 90 Prozent wiederkehrendem Umsatz, 30 Prozent Wachstum und geringer Abhaengigkeit vom Inhaber wird grundsaetzlich hoeher bewertet als ein Handwerksbetrieb mit volatilen Auftraegen und starker Personenabhaengigkeit. Weitere Faktoren wie Unternehmengroesse, Marktposition, Kundenkonzentration und regulatorisches Umfeld verstaerken die Bandbreite zusaetzlich.

Was ist ein guter EBIT-Multiple?

Ein guter EBIT-Multiple haengt stark von der Branche und Unternehmengroesse ab. Im DACH-Mittelstand gilt fuer Produktionsunternehmen ein Median von 5x bis 6x als marktgerecht, waehrend dienstleistungsorientierte Unternehmen mit hohem Anteil wiederkehrender Umsaetze 6x bis 8x erzielen koennen. Entscheidend ist der Vergleich mit tatsaechlichen Transaktionsmultiples in der spezifischen Branche und Groessenklasse. Ein Multiple oberhalb des Branchenmedians deutet auf ueberdurchschnittliche Qualitaet oder einen kompetitiven Bieterprozess hin.

EBIT vs. EBITDA Multiple?

EBIT-Multiples beruecksichtigen die Abschreibungen, EBITDA-Multiples nicht. Bei kapitalintensiven Branchen wie Maschinenbau oder Logistik, in denen hohe Investitionen in Sachanlagen erforderlich sind, ist der Unterschied erheblich. EBITDA-Multiples fallen dort niedriger aus als EBIT-Multiples desselben Unternehmens, da das EBITDA hoeher ist. In der Praxis werden EBITDA-Multiples haeufiger verwendet, da sie Unternehmen mit unterschiedlicher Abschreibungspolitik besser vergleichbar machen. Fuer Asset-light-Geschaeftsmodelle (z. B. Beratung, Software) sind die Unterschiede marginal.

Wie verhandelt man den Multiple?

Die Verhandlung des Multiples ist de facto eine Verhandlung ueber den Unternehmenswert. Verkaeufer sollten den bereinigten EBITDA maximieren, indem sie einmalige Kosten, Inhabergehalt und nicht betriebsnotwendige Aufwendungen sauber herausrechnen. Die Vorbereitung eines Vendor Due Diligence Reports erhoehte erfahrungsgemaess den erzielten Multiple um 0,5x bis 1,0x. Zudem wirkt sich ein kompetitiver Verkaufsprozess mit mehreren Bietern positiv aus. Auf Kaeuferseite gilt: je mehr proprietaerer Zugang (ohne Auktionsdruck), desto guenstigere Multiples.

Was beeinflusst den Multiple am staerksten?

Die drei staerksten Einflussfaktoren sind erstens die Qualitaet und Nachhaltigkeit der Ertraege, insbesondere der Anteil wiederkehrender Umsaetze. Zweitens das organische Wachstum, wobei Unternehmen mit ueber 10 Prozent CAGR signifikant hoehere Multiples erzielen. Drittens die Abhaengigkeit vom Inhaber, denn je staerker ein Unternehmen ohne den Gruender funktioniert, desto werthaltiger ist es fuer einen Kaeufer. Weitere relevante Faktoren umfassen die Marktposition, Kundenkonzentration, Management-Tiefe und das regulatorische Umfeld.

Gelten die gleichen Multiples in Oesterreich und der Schweiz?

Grundsaetzlich bewegen sich die Bewertungsniveaus in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz auf einem vergleichbaren Niveau. In der Schweiz liegen Multiples tendenziell 0,5x bis 1,0x hoeher, was auf das hoehere Margen- und Lohnniveau, die politische Stabilitaet und die internationale Ausrichtung vieler Schweizer KMU zurueckzufuehren ist. In Oesterreich entsprechen die Multiples weitgehend dem deutschen Niveau, mit leichten Abschlaegen in strukturschwachen Regionen. In allen drei Maerkten gilt: der lokale Wettbewerb um Akquisitionsziele bestimmt den tatsaechlichen Preis.

Wie berechne ich den Unternehmenswert mit dem Multiple?

Die Grundformel lautet: Unternehmenswert (Enterprise Value) = EBITDA x Multiple. Vom Enterprise Value werden anschliessend die Nettofinanzverbindlichkeiten abgezogen und ueberschuessige liquide Mittel addiert, um den Eigenkapitalwert (Equity Value) zu ermitteln. Beispiel: Ein IT-Dienstleister mit 1,2 Mio. Euro EBITDA und einem Multiple von 7,0x hat einen Enterprise Value von 8,4 Mio. Euro. Bei 0,8 Mio. Euro Nettoschulden betraegt der Equity Value 7,6 Mio. Euro. Nutzen Sie unseren Unternehmenswertrechner fuer eine erste Einschaetzung.

Unternehmenswert ermitteln lassen

SourcingClub unterstuetzt bei der professionellen Bewertung und der Identifikation geeigneter Kaeufer.

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Haftungsausschluss: Die auf dieser Seite dargestellten EBITDA-Multiples dienen ausschliesslich der allgemeinen Information und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Werte basieren auf aggregierten Marktdaten und koennen von tatsaechlichen Transaktionsmultiples abweichen. Fuer eine verbindliche Unternehmensbewertung wenden Sie sich an einen qualifizierten M&A-Berater, Wirtschaftspruefer oder Bewertungsspezialisten.