DACH M&A-Markt H2 2026: Sektoren, Multiples und Deal Activity im Überblick
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DACH M&A-Markt H2 2026: Sektoren, Multiples und Deal Activity im Überblick

Der DACH M&A-Markt im zweiten Halbjahr 2026: Aktuelle Deal Activity, Bewertungsmultiples nach Sektor, PE-Aktivität und strategische Trends im Überblick.

SourcingClub··5 Min. Lesezeit

Das zweite Halbjahr 2026: Konsolidierung nach dem Anpassungsjahr

Der DACH M&A-Markt zeigt im zweiten Halbjahr 2026 ein differenziertes Bild. Nach den Verwerfungen der Zinsanpassungsphase 2023–2025 hat sich der Markt neu kalibriert: Die Bewertungserwartungen von Verkäufern und die Zahlungsbereitschaft von Käufern nähern sich an, die Finanzierungsstrukturen sind konservativer – und nachhaltiger. Die Gesamtzahl der Transaktionen steigt gegenüber H1 2026 leicht, wobei die Qualität der Deals deutlich zugenommen hat.

Dieser Halbjahresüberblick analysiert die wichtigsten Kennzahlen, Sektortrends und strategischen Entwicklungen – basierend auf öffentlich zugänglichen Transaktionsdaten, Marktberichten von KPMG, PwC und Houlihan Lokey sowie proprietären Einschätzungen.

Deal Activity: Die Zahlen

MetrikH1 2026H2 2026 (Prognose)Veränderung
Transaktionen DACH gesamtca. 1.800ca. 2.000+11 %
Davon Deutschlandca. 1.250ca. 1.400+12 %
Davon Österreichca. 250ca. 280+12 %
Davon Schweizca. 300ca. 320+7 %
Transaktionsvolumen (Mrd. EUR)ca. 45ca. 55+22 %
Durchschnittliche Deal-Größe25 Mio. EUR27,5 Mio. EUR+10 %
PE-Anteil an Transaktionen38 %40 %+2 pp

Treiber der Erholung:

  • Stabilisierung des Zinsumfelds (EZB-Leitzins bei 3,0 % seit Q2 2026)
  • Aufgestauter Deal-Backlog aus 2024–2025 wird abgearbeitet
  • Nachfolgewelle treibt Angebotsseite
  • PE-Fonds unter Investitionsdruck (Dry Powder auf Rekordhoch)

EBITDA-Multiples nach Sektor: H2 2026

Die Bewertungsmultiples haben sich nach der Kompression in 2023–2024 auf einem neuen Gleichgewichtsniveau stabilisiert:

SektorMultiple-Range H2 2026Trend vs. H1Treiber
IT-Services / MSP8–13× EBITDAStabil bis steigendRecurring Revenue, Cybersecurity-Bedarf
Software / SaaS10–16× EBITDASteigendKI-Integration, ARR-Wachstum
Healthcare / MVZ7–12× EBITDALeicht sinkendRegulatorische Unsicherheit (MVZRG)
Gebäudetechnik / TGA6–10× EBITDASteigendEnergiewende, Nachfrageboom
Industrieservices6–9× EBITDAStabilStabile Nachfrage, regulatorisch getrieben
Facility Management5–8× EBITDAStabilCross-Selling-Potenzial, ESG-Treiber
Umwelt & Entsorgung6–10× EBITDASteigendKreislaufwirtschaft, regulatorischer Druck
Automotive-Zulieferer4–7× EBITDASinkendTransformationsdruck, Volumenrückgang
E-Commerce / Retail4–8× EBITDAVolatilKonsolidierungsdruck

Multiple-Spread beachten: Die Bandbreite innerhalb eines Sektors ist oft größer als die Differenz zwischen Sektoren. Ein IT-Dienstleister mit 80 % Recurring Revenue erzielt 12× EBITDA, während ein projektbasierter IT-Berater im selben Sektor bei 7× handelt. Die Qualität des Geschäftsmodells entscheidet – nicht nur die Branchenzugehörigkeit.

PE-Aktivität: Investitionsdruck trifft auf Disziplin

Die Private-Equity-Landschaft im DACH-Raum zeigt 2026 ein paradoxes Bild:

Rekordhohes Dry Powder: Europäische PE-Fonds sitzen auf geschätzt über 350 Mrd. EUR an nicht investiertem Kapital. Der Investitionsdruck ist enorm – viele Fonds befinden sich in der zweiten Hälfte ihrer Investitionsperiode.

Aber höhere Selektivität: Die Insolvenzwelle bei PE-Portfoliounternehmen hat die Branche diszipliniert. Die Bewertungsbereitschaft ist gesunken, die operative Due Diligence gründlicher, die Finanzierungsstrukturen konservativer.

Buy-and-Build dominiert: Über 60 % aller PE-Transaktionen im DACH-Mittelstand H2 2026 sind Add-on-Akquisitionen für bestehende Plattformen. Die Plattform-Akquisition (neuer Primärdeal) ist selektiver geworden – dafür werden Add-ons aggressiver zugekauft.

1. KI als Bewertungstreiber

Unternehmen, die KI erfolgreich in ihre Produkte oder Prozesse integriert haben, erzielen einen messbaren Premium. Im IT-Services-Sektor liegt der „KI-Aufschlag" bei geschätzt 1–2× EBITDA. Gleichzeitig verschärft der EU AI Act die regulatorischen Anforderungen – Compliance wird zum DD-Standardfeld.

2. ESG-Integration als Hygienefaktor

ESG Due Diligence ist 2026 kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern Mindeststandard. Die CSDDD verschärft die Haftungsrisiken weiter. Investoren, die ESG als strategischen Wertschöpfungshebel nutzen, stehen besser da als solche, die es als Compliance-Übung betrachten.

3. Carve-Outs und Portfolio-Bereinigung

Sowohl PE-Fonds als auch Konzerne bereinigen ihre Portfolios. Non-Core-Geschäftsbereiche werden abgestoßen – oft zu attraktiven Bewertungen. Für Deal-Origination-Teams ist das systematische Screening von Konzernportfolios und PE-Plattformen nach Carve-Out-Kandidaten eine hochproduktive Strategie.

4. Cross-Border nimmt zu

Schweizer und österreichische Käufer expandieren verstärkt nach Deutschland, während deutsche PE-Plattformen ihre Buy-and-Build-Strategien zunehmend grenzüberschreitend umsetzen. Die DACH-Region wächst als integrierter M&A-Markt weiter zusammen.

5. Nachfolge-Deals werden professioneller

Die Nachfolgewelle trifft auf ein professionelleres Ökosystem: Spezialisierte Nachfolgeberater, IHK-Nachfolgebörsen und digitale Matching-Plattformen verbessern die Markttransparenz. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft von Unternehmern, PE als Nachfolgelösung zu akzeptieren – die Vorbehalte sinken.

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Ausblick 2027

Für das Gesamtjahr 2027 erwarten wir:

  • Transaktionsvolumen: Weiterer Anstieg um 10–15 %, getrieben durch Nachholeffekte und die Nachfolgewelle
  • Multiples: Leichte Erholung in den meisten Sektoren, aber keine Rückkehr zu den Spitzenwerten von 2021
  • PE-Aktivität: Anhaltend hoch, mit Fokus auf operative Wertschöpfung statt Financial Engineering
  • Regulierung: EU AI Act und CSDDD werden DD-Standard
  • Sektortrends: IT-Services und Gebäudetechnik bleiben die aktivsten Konsolidierungssektoren

Eine detaillierte Prognose finden Sie in unserem DACH M&A-Markt Ausblick 2027.

Fazit: Der Markt hat sich normalisiert – und das ist gut

H2 2026 markiert die Rückkehr zu einem gesunden, nachhaltigen M&A-Markt im DACH-Raum. Die Exzesse der Niedrigzinsphase sind korrigiert, die Bewertungen realistischer, die Finanzierungen solider. Für Investoren, die diszipliniert vorgehen und ihre Deal Origination systematisch betreiben, bietet dieser Markt hervorragende Chancen – bei deutlich geringerem Abwärtsrisiko als in den Boom-Jahren.

Für den umfassenden Überblick empfehlen wir: Bewertungsmultiples DACH 2026 und Off-Market-Deals finden.

Häufig gestellte Fragen

Wie entwickelt sich die Deal Activity im DACH-Raum H2 2026?

Im zweiten Halbjahr 2026 werden circa 2.000 Transaktionen im DACH-Raum erwartet (davon 1.400 in Deutschland, 280 in Österreich, 320 in der Schweiz). Das entspricht einem Anstieg von 11 % gegenüber H1 2026. Das Transaktionsvolumen steigt um geschätzt 22 % auf circa 55 Mrd. EUR. Treiber sind die Stabilisierung des Zinsumfelds und der aufgestaute Deal-Backlog aus 2024–2025.

Welche EBITDA-Multiples werden in den einzelnen Sektoren erzielt?

H2 2026 Multiples nach Sektor: Software/SaaS 10–16× (steigend), IT-Services/MSP 8–13× (stabil bis steigend), Healthcare/MVZ 7–12× (leicht sinkend wegen MVZRG), Gebäudetechnik 6–10× (steigend), Industrieservices 6–9× (stabil), Facility Management 5–8× (stabil), Umwelt/Entsorgung 6–10× (steigend), Automotive-Zulieferer 4–7× (sinkend).

Welche strategischen Trends prägen den DACH M&A-Markt H2 2026?

Fünf Trends dominieren: (1) KI als Bewertungstreiber – 1–2× EBITDA Premium für KI-Integration, (2) ESG-Integration als Hygienefaktor – CSDDD verschärft Haftungsrisiken, (3) Carve-Outs und Portfolio-Bereinigung – PE und Konzerne stoßen Non-Core-Bereiche ab, (4) Cross-Border nimmt zu – DACH wächst als integrierter M&A-Markt zusammen, (5) Nachfolge-Deals werden professioneller – digitale Matching-Plattformen verbessern Markttransparenz.

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