Bewertungsmultiples im DACH-Mittelstand 2026: 20 Sektoren im Vergleich
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Bewertungsmultiples im DACH-Mittelstand 2026: 20 Sektoren im Vergleich

Aktuelle EBITDA-Multiples im DACH-Mittelstand nach 20 Sektoren und 3 Groessenklassen. Welche Branchen die hoechsten Bewertungen erzielen, was Multiples treibt und wie Deal Origination den Kaufpreis beeinflusst.

SourcingClub··11 Min. Lesezeit

Bewertungslandschaft 2026: Normalisierung nach der Zins-Korrektur

Die Bewertungsmultiples im DACH-Mittelstand haben sich nach der zinsbedingten Korrektur 2023/2024 auf einem neuen Gleichgewichtsniveau stabilisiert. Die Spitzenbewertungen der Nullzinsphase 2020–2022 sind Geschichte. Gleichzeitig bleiben die Bewertungen deutlich ueber dem historischen Durchschnitt der 2010er Jahre.

Fuer Investoren und verkaufswillige Unternehmer gleichermassen ist ein praezises Verstaendnis der aktuellen Bewertungslandschaft essenziell. Die folgenden Analysen basieren auf aggregierten Transaktionsdaten fuer 20 Branchen im DACH-Raum und drei Groessenklassen (Micro Cap unter 5 Mio. EUR, Small Cap 5–50 Mio. EUR, Mid Cap ueber 50 Mio. EUR).

Zentrale Erkenntnis 2026: Die EBITDA-Multiples im DACH-Mittelstand reichen branchenueber­greifend von 2,4x (Konsumgueter, Micro Cap) bis 10,4x (Software & SaaS, Mid Cap). Der gewichtete Median ueber alle 20 Branchen liegt im Small-Cap-Segment bei ca. 5,5x–6,5x. Innerhalb einzelner Sektoren variieren die Multiples je nach Unternehmengroesse, Recurring-Anteil und Wachstum um den Faktor 2–3.

Ueberblick: EBITDA-Multiples im Sektorvergleich

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen EBITDA-Bewertungsbandbreiten fuer die wichtigsten Sektoren im DACH-Mittelstand. Die Werte basieren auf dem Small-Cap-Segment (5–50 Mio. EUR Umsatz) und stammen aus unserer umfassenden EBITDA-Multiples-Analyse fuer 20 Branchen.

SektorMultiple-RangeMedianTrend 2026
Softwareentwicklung & SaaS7,7x–9,7x8,7xUnter Druck (KI-Disruption)
Healthcare & Medizintechnik7,0x–9,0x8,0xLeicht steigend
IT-Services & Managed Services6,1x–8,3x7,2xSteigend
Finanzdienstleistungen & Vers.-Makler6,0x–7,7x6,9xStabil
Telekommunikation & Infrastruktur5,9x–7,9x6,9xStabil
Gesundheitswesen: Pflege & Dienstleister5,8x–8,1x7,0xStabil
Elektrotechnik & Automation5,5x–8,0x6,8xStabil
E-Commerce & Versandhandel5,4x–6,9x6,2xStabil
Nahrungs- & Genussmittel5,3x–6,5x5,9xStabil
Chemie, Kunststoffe & Verpackung5,2x–6,5x5,9xStabil
Immobilien-Dienstl. & Facility Mgmt.5,2x–6,7x6,0xStabil
Unternehmensnahe Dienstleistungen (B2B)5,0x–6,8x5,9xStabil
Maschinenbau & Anlagenbau4,5x–5,8x5,2xStabil
Handwerk & Baugewerbe4,4x–5,5x5,0xLeicht fallend
Stationaerer Gross- & Einzelhandel4,4x–5,5x5,0xStabil
Metallverarbeitung & Fertigungstechnik4,0x–5,4x4,7xStabil
Medien, Marketing & Agenturen4,0x–5,9x5,0xStabil
Logistik & Transport4,0x–5,6x4,8xLeicht fallend
Fahrzeugbau & Automotive3,8x–5,2x4,5xStabil
Konsumgueter (Non-Food)3,5x–5,5x4,5xLeicht fallend

Quelle: EBITDA-Multiples DACH 2026, Small-Cap-Segment (5–50 Mio. EUR). Alle Angaben EV/EBITDA.

Wichtig: Fuer Mid-Cap-Unternehmen (ueber 50 Mio. EUR) liegen die Multiples typischerweise 1,0x–2,0x hoeher. Fuer Micro-Cap-Unternehmen (unter 5 Mio. EUR) fallen die Multiples 1,0x–1,5x niedriger aus. Die vollstaendige Aufschluesselung nach Groessenklassen finden Sie auf unserer Branchen-Groessenklassen-Seite.

EBITDA-Multiples nach Sektoren: Detailanalyse

Softwareentwicklung & SaaS (Small Cap 7,7x–9,7x)

Software- und SaaS-Unternehmen erzielen die hoechsten EBITDA-Multiples im DACH-Mittelstand. Im Small-Cap-Segment liegt die Bandbreite bei 7,7x–9,7x, im Mid-Cap-Segment sogar bei 8,3x–10,4x. Der Treiber: wiederkehrende Umsaetze, hohe Skalierbarkeit und geringe Kapitalintensitaet.

  • Plattform-Akquisitionen (Mid Cap): 8,3x–10,4x bei Umsatz ueber 20 Mio. EUR und Net Revenue Retention ueber 110 %
  • Add-on-Akquisitionen (Micro Cap): 6,2x–7,7x fuer kleinere SaaS-Anbieter unter 5 Mio. EUR Umsatz
  • Projektgeschaeft ohne Subscription: 5,0x–6,0x fuer reine Softwareentwickler ohne wiederkehrende Umsaetze

Trend 2026: Trotz der Spitzenposition stehen SaaS-Multiples unter Druck. Kaeufer bewerten traditionelle Softwaremodelle vorsichtiger, da KI-basierte Alternativen bestehende Produkte zunehmend substituieren. Die hoechsten Bewertungen erzielen vertikale SaaS-Loesungen mit tiefer Branchenintegration und hohen Wechselkosten, die schwerer durch KI ersetzbar sind.

Healthcare & Medizintechnik (Small Cap 7,0x–9,0x)

Der Healthcare-Sektor profitiert von defensiven Wachstumseigenschaften und demografischem Rueckenwind. Im Small-Cap-Segment liegt die Bandbreite bei 7,0x–9,0x, im Mid-Cap bei 7,9x–9,8x.

  • Medizintechnik & spezialisierte Labore: 8,0x–9,8x (Mid Cap, regulatorische Eintrittsbarrieren)
  • Ambulante Versorgung & MVZ: 7,0x–9,0x (Small Cap, demografischer Rueckenwind)
  • Medizinprodukte-Distribution: 6,0x–7,5x (Micro Cap, niedrigere Margen)

Treiber: Demografischer Wandel, Ambulantisierung, regulatorische Konsolidierungstreiber (MDR fuer Medizinprodukte). Die nichtzyklische Nachfrage und hohe regulatorische Barrieren machen Healthcare zu einem der stabilsten Sektoren fuer Investoren.

IT-Services & Managed Services (Small Cap 6,1x–8,3x)

Der IT-Services-Sektor weist weiterhin ueberdurchschnittliche Bewertungen auf, getrieben durch den anhaltenden Digitalisierungsdruck:

  • Managed-Service-Provider (Mid Cap): 7,1x–9,5x (bei ueber 70 % Recurring Revenue)
  • IT-Systemhaeuser (Small Cap): 6,1x–8,3x (Mischung aus Projekt und Managed Services)
  • Body-Leasing & Projektdienstleister (Micro Cap): 5,2x–6,7x (niedrigere Planbarkeit)

Treiber der Bewertung: Hohe Recurring-Revenue-Anteile (70–90 % bei Managed Services), zweistelliges organisches Wachstum und strukturelle Nachfrage durch Cloud-Migration und Cybersecurity. Die Multiple-Spreizung zwischen Micro und Mid Cap (ueber 3x Differenz) macht den Sektor zum idealen Buy-and-Build-Terrain fuer PE-Investoren, die kleine MSPs zu Plattformpreisen erwerben und spaeter zu Mid-Cap-Multiples verkaufen koennen.

Elektrotechnik & Automation (Small Cap 5,5x–8,0x)

Elektrotechnik- und Automationsunternehmen profitieren von der industriellen Transformation und der Energiewende:

  • Spezialisten fuer Gebaeudeautomation & Energieeffizienz (Mid Cap): 7,2x–8,8x (ESG-Premium)
  • Schaltanlagenbau & Steuerungstechnik (Small Cap): 5,5x–8,0x
  • Klassische Elektroinstallation (Micro Cap): 4,2x–6,0x

Treiber: Gebaeudeenergiegesetz (GEG), ESG-Regulierung und der massive Investitionsbedarf in Ladeinfrastruktur und industrielle Automation. Unternehmen mit eigenen Softwarekomponenten (SPS-Programmierung, SCADA-Systeme) erzielen signifikante Premia gegenueber reinen Installationsbetrieben. Mehr dazu auf unserer Sektorseite Gebaeudetechnik & Brandschutz.

Immobilien-Dienstleistungen & Facility Management (Small Cap 5,2x–6,7x)

Der Facility-Management-Sektor zeigt moderate, aber stabile Bewertungen:

  • Integrierte FM-Anbieter (Mid Cap): 6,8x–8,3x (Full-Service mit technischem und infrastrukturellem FM)
  • Facility Management (Small Cap): 5,2x–6,7x (Vertragstreue, planbare Cashflows)
  • Reinigung & einfache Dienstleistungen (Micro Cap): 4,1x–5,0x

Treiber: Hohe Vertragstreue, Skalierbarkeit durch regionale Expansion und Cross-Selling-Potenzial. Die Bewertungsspreizung zwischen integrierten Anbietern und Einzelgewerk-Spezialisten ist bemerkenswert — integrierte Anbieter mit technischem und infrastrukturellem FM erzielen bis zu 3x hoehere Multiples als reine Reinigungsdienstleister.

Unternehmensnahe Dienstleistungen & Industrieservices (Small Cap 5,0x–6,8x)

Der Industrieservices-Sektor bietet attraktive Bewertungen bei gleichzeitig hohem Konsolidierungspotenzial:

  • Plattform mit ueberregionaler Praesenz (Mid Cap): 6,5x–8,0x (breites Servicespektrum)
  • Spezialisierte B2B-Dienstleister (Small Cap): 5,0x–6,8x (stabile Wartungsvertraege)
  • Lokale Spezialisten (Micro Cap): 3,7x–5,2x

Treiber: Stabile Wartungsvertraege, Outsourcing-Trend in der Industrie und regulatorische Anforderungen. Die niedrigere Bewertung gegenueber IT/Healthcare reflektiert geringeres organisches Wachstum, wird aber durch starke Cashflow-Generierung und niedrige Zyklizitaet kompensiert. Mehr Details auf unserer Industrieservices-Sektorseite.

Finanzdienstleistungen & Versicherungsmakler (Small Cap 6,0x–7,7x)

Finanzdienstleister und Versicherungsmakler erzielen ueberdurchschnittliche Bewertungen dank hoher Bestandsprovisionen und planbarer Cashflows:

  • Diversifizierte Maklerplattformen (Mid Cap): 7,9x–10,1x
  • Spezialisierte Versicherungsmakler (Small Cap): 6,0x–7,7x
  • Kleinere Finanzberater (Micro Cap): 5,0x–6,5x

Treiber: Wiederkehrende Bestandsprovisionen, regulatorische Eintrittsbarrieren und hohe Kundenbindung. Der Sektor ist eines der aktivsten Konsolidierungsfelder im DACH-Raum, da die Skalierungseffekte durch Zentralisierung von Back-Office-Funktionen erheblich sind.

Weitere Sektoren im Ueberblick

Chemie, Kunststoffe & Verpackung (Small Cap 5,2x–6,5x): Stabile Multiples, getrieben durch langfristige Kundenbeziehungen und hohe Wechselkosten. Spezialchemie mit proprietaeren Formulierungen erzielt Premia von 1–2x gegenueber Commodity-Produzenten.

Maschinenbau & Anlagenbau (Small Cap 4,5x–5,8x): Die Zyklizitaet der Branche drueckt die Bewertung, waehrend Nischenmarktfuehrer mit eigener IP und hoher Exportquote bis zu 7,1x im Mid-Cap-Segment erzielen. After-Sales-Umsaetze (Ersatzteile, Service) sind ein zentraler Werttreiber.

Logistik & Transport (Small Cap 4,0x–5,6x): Unter Druck durch steigende Kraftstoffkosten und Fahrermangel. Kontraktlogistiker mit langfristigen Kundenvertraegen und Nischenanbieter (Pharma-Logistik, Gefahrgut) erzielen dennoch bis zu 7,0x im Mid-Cap-Bereich.

Fahrzeugbau & Automotive (Small Cap 3,8x–5,2x): Die Transformation zur Elektromobilitaet setzt die Bewertungen unter Druck. Zulieferer mit starker Positionierung im Bereich E-Mobilitaet oder Leichtbau koennen sich dem Trend teilweise entziehen.

Der Groessenklassen-Effekt: Warum Unternehmensgroesse den Multiple bestimmt

Neben der Branche ist die Unternehmensgroesse der zweitstaerkste Einflussfaktor auf die Bewertung. Die folgende Tabelle verdeutlicht den sogenannten Size Premium anhand dreier Beispielbranchen:

BrancheMicro Cap (< 5 Mio.)Small Cap (5–50 Mio.)Mid Cap (> 50 Mio.)Size Premium
Software & SaaS6,2x–7,7x7,7x–9,7x8,3x–10,4x+2,1x–2,7x
IT-Services5,2x–6,7x6,1x–8,3x7,1x–9,5x+1,9x–2,8x
Healthcare5,9x–7,5x7,0x–9,0x7,9x–9,8x+2,0x–2,3x
Handwerk & Bau3,7x–5,1x4,4x–5,5x5,8x–7,0x+2,1x–1,9x

Quelle: EBITDA-Multiples nach Branche & Groesse

Das Size Premium resultiert aus mehreren Faktoren: Groessere Unternehmen verfuegen ueber diversifizierte Kundenstamme, professionelle Managementstrukturen und sind fuer institutionelle Investoren (Private Equity, Family Offices) zugaenglich. Fuer Deal Origination-Strategien bedeutet dies: Der Einkauf im Micro-Cap-Segment und der spaetere Exit im Mid-Cap-Bereich erzeugt eine Multiple-Arbitrage von 2x–3x.

Was die Bewertung nach oben treibt

Jenseits der Sektorzugehoerigkeit gibt es universelle Faktoren, die ein Premium-Multiple rechtfertigen:

1. Recurring Revenue: Unternehmen mit ueber 70 % wiederkehrenden Umsaetzen (Wartungsvertraege, SLAs, Abonnements) werden systematisch hoeher bewertet. Jeder Prozentpunkt mehr Recurring Revenue steigert das Multiple um geschaetzt 0,1x–0,2x. Tipps zur Optimierung in unserem Leitfaden Unternehmenswert steigern.

2. Managementunabhaengigkeit: Betriebe mit etablierter zweiter Fuehrungsebene und dokumentierten Prozessen erzielen 1–2x hoehere Multiples als inhaberdominierte Unternehmen. Mehr dazu in unserem Artikel zur Inhaberabhaengigkeit und deren Reduzierung.

3. Organisches Wachstum: Ein Umsatzwachstum von ueber 10 % p.a. ueber die letzten 3 Jahre rechtfertigt eine Multiple-Praemie von 1–3x gegenueber stagnierenden Unternehmen.

4. EBITDA-Marge: Ueberdurchschnittliche Margen signalisieren Wettbewerbsvorteile. Im B2B-Dienstleistungssektor etwa liegt die Median-Marge bei 12–15 %; Unternehmen mit ueber 18 % EBITDA-Marge erzielen die obere Bandbreite der Bewertung.

5. Geringe Kundenkonzentration: Kein Einzelkunde ueber 15 % des Umsatzes ist eine Voraussetzung fuer Premium-Bewertungen, da die Abhaengigkeit von Einzelkunden als signifikantes Risiko bewertet wird.

Was die Bewertung drueckt

Umgekehrt gibt es Faktoren, die den Multiple signifikant senken:

  • Inhaberabhaengigkeit: Der Geschaeftsfuehrer ist zentraler Kundenbeziehungs- und Know-how-Traeger — Abschlag: 1–3x
  • Kundenkonzentration: Top-3-Kunden ueber 50 % des Umsatzes — Abschlag: 1–2x
  • Investitionsstau: Veraltete IT, Maschinen oder Fahrzeugflotte — Abschlag: Hoehe des Investitionsbedarfs
  • Compliance-Defizite: Fehlende DSGVO-Compliance, Arbeitsschutz, Umweltauflagen — Abschlag: 1–2x plus Sanierungskosten
  • Working-Capital-Intensitaet: Ueberdurchschnittlich hohe Forderungslaufzeiten oder Lagerbestaende

Eine detaillierte Anleitung zur korrekten EBITDA-Bereinigung, die fuer die Anwendung von Multiples essenziell ist, finden Sie in unserem Artikel zur EBITDA-Bereinigung und Normalisierung.

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Proprietaere Deals vs. Auktionen: Der versteckte Multiple-Hebel

Ein Faktor, der in keiner Multiple-Statistik auftaucht, aber erhebliche praktische Relevanz hat: Der Transaktionsprozess selbst beeinflusst die Bewertung. Proprietaere Transaktionen — also Deals, die durch direkte Deal Origination ausserhalb strukturierter Verkaufsprozesse zustande kommen — werden typischerweise 15–30 % guenstiger abgewickelt als vergleichbare Auktionsprozesse.

Die Gruende sind vielfaeltig: kein kompetitiver Preisdruck, geringere Beraterhonorare, kuerzere Prozessdauer und haeufig eine staerkere persoenliche Bindung zwischen Kaeufer und Verkaeufer. Fuer Investoren mit systematischer Deal Origination im DACH-Mittelstand ist dies ein struktureller Renditevorteil.

Rechenbeispiel: Ein IT-Dienstleister mit 1,5 Mio. EUR bereinigtem EBITDA wird im Small-Cap-Segment mit dem Branchenmedian von 7,2x bewertet. Im Auktionsverfahren erzielt er einen Enterprise Value von ca. 10,8 Mio. EUR. Bei proprietaerem Zugang liegt der Multiple typischerweise bei 6,0x–6,5x, also einem Enterprise Value von 9,0–9,8 Mio. EUR — ein Preisvorteil von 1,0–1,8 Mio. EUR fuer den Kaeufer.

Ausblick 2027: Wohin entwickeln sich die Multiples?

Fuer 2027 erwarten wir eine moderate Bewertungsstabilisierung auf dem aktuellen Niveau. Steigende Multiples duerfen primaer in Sektoren mit starkem ESG-Bezug zu beobachten sein (Elektrotechnik, Gebaeudetechnik), waehrend zyklische Sektoren unter dem verhaltenen Wirtschaftswachstum leiden koennten.

Die Multiple-Spreizung zwischen Premium-Unternehmen und durchschnittlichen Targets wird sich weiter vergroessern. Fuer Verkaeufer bedeutet dies: Die Vorbereitung des Unternehmens auf eine Transaktion — dokumentierte Prozesse, reduzierte Inhaberabhaengigkeit, saubere Finanzen — zahlt sich staerker aus denn je.

Nutzen Sie unseren Unternehmenswertrechner fuer eine erste Orientierung, vergleichen Sie die EBITDA-Multiples aller 20 Branchen in unserer Uebersichtstabelle, oder lesen Sie unseren Vergleich der Bewertungsmethoden (DCF, Multiples, Ertragswert). Zum Thema Nachfolge empfehlen wir unseren Leitfaden zur Unternehmensnachfolge im Mittelstand.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Branche hat die hoechsten EBITDA-Multiples im DACH-Raum?

Softwareentwicklung & SaaS erzielen mit einer Bandbreite von 7,7x–9,7x (Small Cap) bzw. 8,3x–10,4x (Mid Cap) die hoechsten EBITDA-Multiples im DACH-Mittelstand. Treiber sind wiederkehrende Umsaetze, hohe Skalierbarkeit und geringe Kapitalintensitaet. Allerdings stehen traditionelle SaaS-Modelle 2026 durch KI-Disruption zunehmend unter Bewertungsdruck.

Wie stark unterscheiden sich Multiples nach Unternehmensgroesse?

Das sogenannte Size Premium betraegt typischerweise 1,5x–3,0x zwischen Micro Cap (unter 5 Mio. EUR) und Mid Cap (ueber 50 Mio. EUR). Ein IT-Dienstleister im Micro-Cap-Segment erzielt 5,2x–6,7x, waehrend ein vergleichbares Mid-Cap-Unternehmen 7,1x–9,5x erzielt. Dieser Effekt ist einer der konsistentesten Faktoren in der Unternehmensbewertung und bildet die Grundlage fuer Buy-and-Build-Strategien.

Wie beeinflussen wiederkehrende Umsaetze den Multiple?

Unternehmen mit ueber 70 % Recurring Revenue erzielen systematisch 1,5x–3,0x hoehere Multiples als vergleichbare Unternehmen mit reinem Projektgeschaeft. Im IT-Services-Sektor etwa liegt der Unterschied zwischen Managed-Service-Anbietern (6,1x–8,3x) und reinen Projektdienstleistern (4,0x–5,0x) bei bis zu 3x. Die Planbarkeit der Cashflows reduziert das Risiko fuer den Kaeufer erheblich.

Wo finde ich aktuelle EBITDA-Multiples fuer meine Branche?

Unsere EBITDA-Multiples DACH 2026-Seite zeigt aktuelle Bewertungsbandbreiten fuer 20 Branchen, aufgeschluesselt nach drei Groessenklassen. Die Daten basieren auf aggregierten Transaktionsdaten und werden regelmaessig aktualisiert. Ergaenzend publizieren spezialisierte Datenanbieter wie das Finance Magazin, Pitchbook und Duff & Phelps branchenspezifische Multiples.

Wie berechne ich den Unternehmenswert mit dem EBITDA-Multiple?

Die Grundformel lautet: Enterprise Value = Bereinigtes EBITDA x Multiple. Vom Enterprise Value werden anschliessend die Nettofinanzverbindlichkeiten abgezogen und ueberschuessige liquide Mittel addiert, um den Equity Value (Kaufpreis fuer die Gesellschaftsanteile) zu ermitteln. Beispiel: Ein Healthcare-Unternehmen mit 1,5 Mio. EUR EBITDA und einem Multiple von 8,0x hat einen Enterprise Value von 12,0 Mio. EUR. Bei 1,0 Mio. EUR Nettoschulden betraegt der Equity Value 11,0 Mio. EUR. Nutzen Sie unseren Unternehmenswertrechner fuer eine individuelle Berechnung.

Was kostet proprietaerer Deal-Zugang im Vergleich zur Auktion?

Proprietaere Transaktionen — ueber direkte Deal Origination ausserhalb strukturierter Verkaufsprozesse — werden typischerweise 15–30 % guenstiger abgewickelt als vergleichbare Auktionsprozesse. Das entspricht einem Multiple-Abschlag von 1,0x–2,0x. Die Gruende: kein kompetitiver Preisdruck, geringere Beraterhonorare und kuerzere Prozessdauer.

Häufig gestellte Fragen

Was sind EBITDA-Multiples?

EBITDA-Multiples sind Bewertungskennzahlen, die den Unternehmenswert (Enterprise Value) als Vielfaches des EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) ausdrücken. Die Formel lautet: Unternehmenswert = EBITDA × Multiple. Im DACH-Mittelstand liegen typische Multiples zwischen 4× und 12× EBITDA, abhängig von Branche, Größe und Wachstum.

Wie unterscheiden sich EBITDA-Multiples nach Branchen?

Die Bandbreite ist erheblich: Software/SaaS erzielt 8–14× EBITDA, IT-Services 7–12×, Healthcare 6–14×, Industrieservices 5–8× und Handwerk/Bau 4–7×. Entscheidende Faktoren sind der Recurring-Revenue-Anteil, das Marktwachstum und die Konjunkturabhängigkeit der jeweiligen Branche.

Warum schwanken Bewertungsmultiples im DACH-Raum?

Vier Faktoren bestimmen die Multiple-Höhe: Unternehmensgröße (größere Unternehmen erzielen höhere Multiples), Wachstumsrate, Anteil wiederkehrender Umsätze und Inhaberabhängigkeit. Ein inhabergeführtes KMU mit 2 Mio. EUR EBITDA wird typischerweise 2–3× niedriger bewertet als ein professionell gemanagtes Unternehmen mit 10 Mio. EUR EBITDA.

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