Business Services — Sektoranalyse im DACH-Mittelstand

Business Services

Personaldienste, Prüfung, Forderungsmanagement, Outsourcing

Sektorkennzahlen

Fragmentierung

Hoch

Deal Activity

Hoch

Nachfolgerelevanz

Hoch

Kurz zusammengefasst: Unternehmensnahe B2B-Dienstleister im DACH Lower Mid-Market werden aktuell mit 3,7-7,6x EBITDA bewertet (DUB KMU-Multiples Q2/2026). Käufer sind strategische Konsolidierer wie Sweco oder Normec und PE-finanzierte Plattformen wie CERTANIA oder Team Farner. Ein Verkaufsprozess dauert 6-12 Monate, bei eingespielten Buy-and-Build-Käufern auch 3-6 Monate. Wiederkehrende Umsätze und eine zweite Führungsebene entscheiden über die Position im Bewertungsband.

3,7-7,6x
EBITDA-Bewertungsband für B2B-Dienstleistungen nach Größenklasse
DUB KMU-Multiples Q2/2026
267 Deals
TIC-M&A-Transaktionen weltweit 2024, plus 84 % gegenüber 2020
Baker Tilly TIC Sector Report 2025
109.000 p.a.
Mittelständler, die bis Ende 2029 jährlich eine Nachfolge anstreben
KfW Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025, Januar 2026
+3,9 %
Nominales Umsatzwachstum des deutschen Dienstleistungsbereichs 2025
Destatis, Pressemitteilung Nr. 071, März 2026

Marktüberblick Business Services im DACH-Raum

Business Services bündelt die kaufmännisch-professionellen B2B-Dienstleistungen: Prüfung und Zertifizierung (TIC), kaufmännisches Outsourcing, Ingenieur- und Planungsbüros, Forderungsmanagement, Personaldienstleistung, betriebliche Weiterbildung sowie Marketing und Kommunikation. Der deutsche Dienstleistungsbereich wuchs 2025 real um 2,1 % und nominal um 3,9 % gegenüber dem Vorjahr (Destatis, Pressemitteilung Nr. 071, März 2026). Hinter diesem Durchschnitt liegen die Subsegmente allerdings weit auseinander.

Zur Abgrenzung: Industrieservices als technische Dienstleistungen für die Industrie, Facility Management, IT-Services sowie Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung haben eigene Sektorseiten. Diese Seite behandelt die kaufmännisch-professionellen B2B-Dienste, typischerweise mit Umsätzen zwischen 2 und 50 Mio. EUR.

Der Markt ist stark fragmentiert. Im Planungsbereich ist die Anbieterlandschaft weiterhin kleinteilig und inhabergeprägt, internationale Gruppen wie Sweco kaufen deshalb laufend deutsche Büros zu, konzernweit 13 Akquisitionen allein 2025 (Sweco Group, 2026). Im Inkasso stehen rund 755 registrierte Unternehmen einem kleinen Kreis großer Plattformen gegenüber (Listflix Inkasso-Statistik, 2025). Personaldienstleistung und Ingenieurbüros zählen 2025/2026 zu den bevorzugten Zielbranchen für Roll-up-Strategien im DACH-Raum (ProxDeal, 2026).

Dazu kommt der Nachfolgedruck. Bis Ende 2029 streben jährlich rund 109.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge an, weitere rund 114.000 pro Jahr planen die Geschäftsaufgabe ohne Nachfolger (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025, Januar 2026). Gleichzeitig sind die Kaufpreisvorstellungen der Inhaber seit 2019 um rund 34 % gestiegen (KfW, Januar 2026). Diese Schere prägt viele Verhandlungen. Mehr dazu in der Nachfolge-Statistik für den DACH-Raum und im Beitrag zu Private Equity in der Mittelstandsnachfolge.

Die Deal-Aktivität konzentriert sich auf Segmente mit wiederkehrenden Umsätzen. Der TIC-Sektor zählte 2024 weltweit 267 Transaktionen, 84 % mehr als 2020 (Baker Tilly TIC Sector Report 2025). Als Wachstumstreiber gelten ESG- und Digital-Zertifizierung mit 8,4 % CAGR, Cybersecurity- und KI-Validierung mit 15 % sowie Renewables mit 12 % (Baker Tilly 2025). Auf der anderen Seite sank das Marktvolumen der Zeitarbeit 2024 um 3,1 % auf 31,9 Mrd. EUR (Lünendonk-Studie Personaldienstleistung 2025), und das Gross Income der GWA-Agenturen ging 2025 im Schnitt um 2,7 % zurück (GWA Frühjahrsmonitor 2026). Verkauft wird in beiden Welten, nur zu unterschiedlichen Konditionen. Einen breiteren Blick auf die Marktphase gibt der Überblick zu den DACH-M&A-Trends.

Private Equity ist im Dienstleistungsmarkt angekommen. 30 % der befragten Beratungen sehen PE aktuell als strategisch relevante Option (Lünendonk-Studie Managementberatung 2025). Skalierbare Plattformen beschleunigen die Konsolidierung zusätzlich.

Wer aktuell kauft

Auf der Käuferseite stehen strategische Konzerne neben PE-finanzierten Plattformen. Was beide unterscheidet, zeigt der Vergleich PE-Investor vs. strategischer Käufer. Öffentlich belegte Beispiele aus den letzten 24 Monaten:

  • CERTANIA-Gruppe (München, TIC): Zählt inzwischen knapp 50 Gruppenfirmen und kauft 2026 weiter zu, allein 2026 öffentlich gemeldet unter anderem ICP Analytik, InnoDiab Forschung, SPGL und Van Santen Advies (Insider Media; certania.com, 2026).
  • Normec Group (TIC, Benelux/Deutschland): Tritt zum 01.09.2025 in den deutschen Markt für Rückstandslabore ein und übernimmt Labor Friedle, GALAB Laboratories und International Sampling Service (Normec-Mitteilung, 2025).
  • SOCOTEC Deutschland (TIC/Bauprüfung): Übernimmt Anfang 2025 TRIGIS GeoServices samt Töchtern und baut mit FOX Certification den Zertifizierungsbereich aus (Translink Corporate Finance, Januar 2025; socotec.de, 2025).
  • Sweco (Planung/Engineering): Konzernweit 13 Akquisitionen allein 2025, im Juli 2026 die Übernahme des deutschen Wasser-Ingenieurbüros STEIN Ingenieure mit rund 6,5 Mio. EUR Umsatz (Sweco Group, 2026; Sweco/Windkraft-Journal, Juli 2026).
  • Team Farner (Kommunikation, Waterland-finanziert): Hat binnen zwei Jahren 17 Agenturen übernommen, darunter Kirchhoff Consult und komm.passion, heute über 600 Mitarbeitende (PRovoke Media, 2025; medianet.at, 2025).
  • Infoniqa Group (Payroll/Finance-BPO, Warburg-Pincus-finanziert): Konsolidiert Payroll-, Finance- und HR-Outsourcing in DACH, zuletzt mit der Mehrheit an Kell Outsourcing (11/2024) und der Integration von Run my Accounts (12/2024) (Infoniqa, 2024/2025).
  • Forderungsmanagement: Im Juli 2025 wechselte die coeo Group von Waterland zu doValue (Unternehmensmeldungen, 2025). Die großen Plattformen wie Lowell, Riverty und Intrum wachsen vor allem auf Konzernebene, während der Markt in der Breite rund 755 registrierte Anbieter zählt (Listflix Inkasso-Statistik, 2025).
  • NIIT Learning Systems (Corporate Training): Übernimmt 2025 die Münchner MST Group als Beispiel internationaler Käufer im deutschen B2B-Trainingsmarkt (Training Industry, 2025).
  • Personaldienstleistung: Etablierte europäische Gruppen führen in Deutschland ganze Markenportfolios, und die Branche gilt weiterhin als bevorzugtes Ziel fragmentierter Roll-up-Strategien (ProxDeal, 2026).

Daneben kaufen Strategen aus dem Mittelstand und Family Offices, meist ohne Pressemitteilung. Gerade diese Käufer treten selten über öffentliche Kanäle auf, sondern über direkte, vertrauliche Ansprache.

EBITDA-Multiples im Sektor

Die DUB KMU-Multiples weisen für unternehmensnahe Dienstleistungen (B2B) im Q2/2026 drei Größenklassen aus: Micro-Cap 3,7-5,2x, Small-Cap 5,0-6,8x und Mid-Cap 6,2-7,6x EBITDA (dub.de/kmu-multiples, Q2/2026). Innerhalb dieser Bänder sortieren sich die Subsegmente nach Recurring-Anteil und Eintrittsbarrieren. Strategische TIC-Konsolidierer zahlen für Add-ons 6-8x EBITDA, börsennotierte TIC-Konzerne notierten 2025 zwischen 12,9x im Mai und 14,3x im November EV/EBITDA und markieren den oberen Referenzpunkt (Baker Tilly TIC Sector Report 2025; Aventis Advisors, 2025).

SubsegmentEBITDA-Multiple (Median)BandbreiteBewertungstreiber
Prüfung, Zertifizierung, Labore (TIC)ca. 6,9x5,0-7,4xAkkreditierungen (DAkkS), gesetzliche Pflichtprüfungen, hoher Recurring-Anteil über Zertifikatszyklen
Kaufmännisches Outsourcing / BPOca. 5,9-6,9x5,0-7,4xMonatliche Abrechnungsverträge, sehr geringer Churn, hohe Wechselkosten der Kunden
Ingenieur- und Planungsdienstleistungenca. 5,9x5,0-7,6x (Büros unter 10 Mitarbeitern 3,7-5,2x)Auftragsbestand und Rahmenverträge, Spezialisierung (Wasser, TGA, Verkehr) schlägt Generalistentum
Forderungsmanagement / Inkassoca. 5,9x5,0-7,4xDauermandate großer Auftraggeber, Branchenspezialisierung, RDG-Registrierung als Eintrittsbarriere
Personaldienstleistung / HR-Servicesca. 4,5-5,0x3,5-7,0xPersonalvermittlung mit Aufschlag, klassische Zeitarbeit zyklisch unter Druck
Weiterbildung / Training B2Bca. 5,5x3,5-7,0xPflicht- und Compliance-Trainings mit wiederkehrenden Zyklen, zertifizierte eigene Inhalte
Marketing und Kommunikationca. 4,5x3,5-7,0xRetainer-Anteil vs. Projektgeschäft, Spezialdisziplinen, Kundenbindungsdauer

Datengrundlage: DUB KMU-Multiples (dub.de/kmu-multiples), Q2/2026, Branche Unternehmensnahe Dienstleistungen; Subsegment-Einordnung und Aufbereitung: SourcingClub. Vollständige Bandbreiten nach Größenklassen: EBITDA-Multiples DACH.

Bemerkenswert ist der Wachstumseffekt: Im TIC-Segment treibt Wachstum die Bewertung stärker als Marge, je 10 % Zwei-Jahres-CAGR steigt das EV/EBITDA-Multiple um rund 2,9x (Aventis Advisors, 2025).

Was den Multiple erhöht und was ihn senkt

Die Spreizung innerhalb der DUB-Bänder ist bei Dienstleistern groß. Diese Faktoren entscheiden, an welchem Ende ein Unternehmen landet:

WerttreiberAbschlag
Vertraglich wiederkehrende Umsätze: Prüfzyklen, Abrechnungsmandate, Retainer, dokumentierte VerlängerungsquotenReines Projektgeschäft ohne Auftragsbestand und ohne belegbare Wiederkehr
Zulassungen auf Gesellschaftsebene: DAkkS-Akkreditierung, RDG-Registrierung, zertifizierte InhalteZulassungen und Kundenbeziehungen an die Person des Inhabers gebunden
Zweite Führungsebene mit eigener KundenverantwortungInhaberabhängigkeit, die längere Mitarbeit und höheren Earn-out-Anteil erzwingt
Breite Kundenbasis mit langjährigen BeziehungenTop-3-Kunden über 30-50 % des Umsatzes, Change-of-Control-Klauseln in Rahmenverträgen
Umsatz oberhalb von rund 5 Mio. EUR, damit Small-Cap-Band statt Micro-Cap (DUB Q2/2026)Umsatz unter der Schwelle: Micro-Cap-Band 3,7-5,2x und Raster vieler Plattformen verfehlt (DUB Q2/2026)
KI-gestützte eigene Prozesse, Positionierung in Wachstumsfeldern wie ESG oder Cybersecurity (Baker Tilly 2025)Substituierbare Standardleistungen: 49 % der Agenturen nennen KI-Ersatz als Wachstumshemmer (GWA Frühjahrsmonitor 2026)

Wie diese Faktoren methodisch in die Bewertung einfließen, zeigt der Vergleich der Bewertungsmethoden im Detail.

Bewertungsbeispiel: Prüf- und Zertifizierungsdienstleister durchgerechnet

Ein fiktives, aber typisches Beispiel: ein inhabergeführter Prüf- und Zertifizierungsdienstleister mit 8,0 Mio. EUR Umsatz und 1,3 Mio. EUR berichtetem EBITDA.

SchrittRechnungErgebnis
1. EBITDA-BereinigungPlus 120.000 EUR überhöhtes Gesellschafter-Geschäftsführergehalt gegenüber Marktniveau, minus 70.000 EUR wegfallender EinmalauftragBereinigtes EBITDA 1,35 Mio. EUR
2. MultipleSmall-Cap-Band 5,0-6,8x (DUB Q2/2026); wegen 65 % wiederkehrender Umsätze aus mehrjährigen Prüfzyklen und Akkreditierung setzt der Käufer 6,0-6,8x anUnternehmenswert 8,1-9,2 Mio. EUR
3. Equity BridgePlus 0,6 Mio. EUR überschüssige Liquidität, minus 0,4 Mio. EUR BankdarlehenKaufpreis für 100 % der Anteile 8,3-9,4 Mio. EUR
4. Struktur80 % bei Closing (6,6-7,5 Mio. EUR), 20 % Earn-out über 2 Jahre, gekoppelt an den Erhalt des EBITDA-NiveausInhaber bleibt 18 Monate als Geschäftsführer an Bord

Ein strategischer TIC-Konsolidierer bewegt sich mit 6-8x für Add-ons in genau diesem Korridor (Baker Tilly TIC Sector Report 2025). Alle Zahlen sind fiktiv und dienen der Illustration, die Bandbreiten stammen aus den genannten Quellen. Eine erste eigene Einordnung liefert der Unternehmenswert-Rechner, die methodischen Unterschiede erklärt der Vergleich der Bewertungsmethoden.

Der Verkaufsprozess im Sektor

Realistisch sind 6-12 Monate vom Prozessstart bis zum Closing. Buy-and-Build-Käufer mit standardisierten Abläufen schaffen 3-6 Monate, weil Prüfungslogik und Vertragswerk bei ihnen eingespielt sind (marktübliche Praxis im DACH Lower Mid-Market). Der Ablauf folgt den üblichen Stationen: Vorbereitung und Bewertung, anonymes Kurzprofil, Ansprache ausgewählter Käufer, NDA, Managementgespräche, indikative Angebote, Due Diligence, Vertragsverhandlung, Closing. Den Gesamtablauf beschreibt die Seite Unternehmen verkaufen Schritt für Schritt.

Drei Punkte sind bei Dienstleistern besonders: Erstens die regulatorische Übertragbarkeit. DAkkS-Akkreditierungen bei Prüfdienstleistern, die seit dem 01.01.2025 zentrale RDG-Registrierung beim Bundesamt für Justiz im Inkasso und Kammerzulassungen bei Planungsgesellschaften sind teils an die Gesellschaft, teils an Personen gebunden. Das beeinflusst die Wahl zwischen Share Deal und Asset Deal und gehört an den Anfang des Prozesses, nicht in die Due Diligence.

Zweitens der Datenraum. Vertragslaufzeiten, Kündigungsquoten, Auftragsbestand und Retainer-Anteile sind der Kern der Prüfung. Wer diese Zahlen sauber aufbereitet, verhandelt am oberen Ende des Multiples-Bands. Change-of-Control-Klauseln in Rahmenverträgen sollten vor Prozessstart geprüft sein, sie können Kaufpreis und Struktur kippen, wenn sie erst spät auffallen.

Drittens die Diskretion. Die wahrscheinlichsten Käufer sind direkte Wettbewerber oder Konsolidierer im selben Markt. Gestufte Datenraum-Freigabe ist deshalb Standard: erst ein anonymes Profil, Kundennamen erst kurz vor Vertragsreife. Auch die Bindung der Schlüsselmitarbeiter gehört früh auf die Agenda, denn Abwanderung zwischen Signing und Closing ist das größte operative Deal-Risiko. Was eine diskrete Begleitung in diesem Prozess übernimmt, steht unter Für Unternehmer.

Typische Deal-Strukturen

Die folgenden Spannen entsprechen marktüblicher Praxis im DACH Lower Mid-Market, eine amtliche Statistik gibt es dazu nicht:

  • Basiskaufpreis plus Earn-out: Üblich sind 60-85 % des Kaufpreises bei Closing und 15-40 % variabel über 1-3 Jahre, gekoppelt an Umsatz- oder EBITDA-Ziele. Je projektlastiger das Geschäft (Agentur, Planung), desto höher der Earn-out-Anteil. Je höher der Vertragsbestand (BPO, TIC, Inkasso-Dauermandate), desto höher der Fixanteil.
  • Rückbeteiligung (Roll-over) bei PE-Plattformen: Der Unternehmer behält oder erwirbt typischerweise 10-30 % zurück und partizipiert am Weiterverkauf. Im TIC-Sektor ist der Hebel dokumentiert: Add-ons werden bei 6-8x EBITDA gekauft, integrierte Plattformen bei 14-16x verkauft (Baker Tilly TIC Report 2025). Der zweite Exit kann den ersten Teilverkauf übertreffen.
  • Vendor Loan: Der Unternehmer lässt häufig 5-15 % des Kaufpreises als nachrangiges Darlehen mit 3-6 Jahren Laufzeit und marktüblicher Verzinsung stehen. Das signalisiert Vertrauen in die Übergabe und verbessert die Finanzierbarkeit für Nachfolger und kleinere Erwerber.
  • Übergangs- und Beratervertrag: Mitarbeit des bisherigen Inhabers für 12-36 Monate, bei reinen Finanzkäufern eher länger, bei strategischen Integrationen eher kürzer. Vergütet wird das getrennt vom Kaufpreis über einen Geschäftsführer- oder Beratervertrag.
  • Kaufpreismechanismus: Im Lower Mid-Market dominiert die Locked Box, also ein Festpreis auf einen Stichtagsabschluss, wegen ihrer Einfachheit. Käufer sichern sich über Leakage-Klauseln ab. Cash-free/Debt-free-Logik mit Normalisierung des Working Capital ist Standard.
  • Asset Deal vs. Share Deal nach Regulatorik: Bei TIC-Firmen (Akkreditierungen), Inkassounternehmen (RDG-Registrierung) und Planungsgesellschaften (Kammer- und Versicherungsthemen) spricht die Übertragbarkeit der Zulassungen meist für den Share Deal.

Für PE-Investoren: Die Buy-and-Build-These kompakt

Die Arbitrage ist in diesem Sektor öffentlich dokumentiert. Im TIC-Segment kaufen Konsolidierer Einzelfirmen bei 6-8x EBITDA und verkaufen integrierte Plattformen bei 14-16x (Baker Tilly TIC Sector Report 2025). Börsennotierte TIC-Konzerne stiegen 2025 von median 12,9x im Mai auf 14,3x EV/EBITDA im November (Aventis Advisors, 2025). Ähnliche Mechanik läuft im Agenturmarkt (Team Farner: 17 Zukäufe in zwei Jahren), im Payroll-BPO (Infoniqa) und im Planungsmarkt, in dem Sweco konzernweit allein 2025 dreizehn Büros übernommen hat (Sweco Group, 2026).

Die Plattform-Logik: Ein Erstinvestment im Mid-Cap-Band (6,2-7,6x, DUB Q2/2026) mit übertragbaren Zulassungen und hohem Vertragsbestand, danach Add-ons im Small- und Micro-Cap-Band. Der Angebotsdruck spielt der These zu, denn jährlich streben rund 109.000 Mittelständler eine Nachfolge an (KfW, Januar 2026), und Personaldienstleistung wie Ingenieurbüros gelten als bevorzugte fragmentierte Zielbranchen für Roll-ups in DACH (ProxDeal, 2026). Die Mechanik im Detail beschreibt der Beitrag zur Buy-and-Build-Strategie im DACH-Raum.

Der Engpass liegt nicht im Kapital, sondern im proprietären Zugang zu inhabergeführten Targets, bevor sie in strukturierte Prozesse gehen. Wie systematisches Sourcing diesen Zugang schafft, steht unter Für Investoren.

Aus meiner Sourcing-Arbeit

Business Services ist ein Sammelbegriff, und genau daran scheitern viele Suchprozesse: Die Subsegmente verhalten sich im Verkauf völlig unterschiedlich. Was in diesem Sektor über die Gesprächsbereitschaft eines Käufers entscheidet, sind fast immer dieselben zwei Punkte, nämlich wie viel Umsatz vertraglich wiederkehrt und wie viel davon an der Person des Inhabers hängt. Wer beides sauber belegen kann, verhandelt aus einer anderen Position. Auffällig ist außerdem, wie professionell die Konsolidierer inzwischen aufgestellt sind, viele unterhalten eigene M&A-Teams und arbeiten mit klaren Zukaufrastern.

Nächster Schritt

Ob eine Übergabe in zwei oder erst in fünf Jahren ansteht: die Position im Bewertungsband lässt sich vorbereiten, und die aktivsten Käufer des Sektors sind bekannt. Ein vertraulicher Abgleich mit konkreten Kaufprofilen zeigt unverbindlich, welche Käufergruppen zum eigenen Unternehmen passen, ohne dass der Firmenname früh im Markt kursiert. Wie das abläuft, beschreibt der vertrauliche Buyer-Match.

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Häufig gestellte Fragen: Business Services

Was ist mein B2B-Dienstleistungsunternehmen aktuell wert?

B2B-Dienstleister werden aktuell mit 3,7-7,6x EBITDA bewertet, abhängig von der Größenklasse (DUB KMU-Multiples Q2/2026). Micro-Cap liegt bei 3,7-5,2x, Small-Cap bei 5,0-6,8x, Mid-Cap bei 6,2-7,6x. Innerhalb des Bands entscheiden wiederkehrende Umsätze, Kundenkonzentration und Personenabhängigkeit. Prüf- und Zertifizierungsdienstleister liegen am oberen Rand, projektlastige Agenturen eher am unteren.

Wer kauft gerade B2B-Dienstleister im DACH-Raum?

Aktive Käufer sind strategische Konsolidierer und investorenfinanzierte Plattformen. Sweco hat allein 2025 konzernweit dreizehn Planungsbüros übernommen (Sweco Group, 2026), Normec und SOCOTEC kaufen im Prüfmarkt zu (Normec-Mitteilung, 2025; Translink Corporate Finance, Januar 2025), NIIT im Trainingsmarkt (Training Industry, 2025). Auf Investorenseite bauen die CERTANIA-Gruppe mit knapp 50 Firmen (Insider Media, 2026), Team Farner mit 17 Agenturen in zwei Jahren (PRovoke Media, 2025) und Infoniqa im Payroll-BPO zu (Infoniqa, 2024/2025). Gesucht sind inhabergeführte Firmen mit 2 bis 50 Mio. EUR Umsatz.

Wie lange dauert der Verkauf eines Dienstleistungsunternehmens?

Realistisch sind 6 bis 12 Monate vom Start bis zum Closing. Buy-and-Build-Käufer mit standardisierten Prozessen schaffen auch 3 bis 6 Monate, weil Prüfung und Vertragswerk eingespielt sind. Vertraulichkeit bleibt über anonyme Kurzprofile, NDAs vor Namensnennung und gestufte Datenraum-Freigabe gewahrt. Das ist bei Dienstleistern wichtig, weil die wahrscheinlichsten Käufer direkte Wettbewerber oder Konsolidierer im selben Markt sind.

Zählt mein Umsatz oder mein Gewinn für die Bewertung?

Bewertungsgrundlage ist das nachhaltige, um Sondereffekte bereinigte EBITDA, multipliziert mit dem Branchen-Multiple von 3,7-7,6x je nach Größe (DUB KMU-Multiples Q2/2026). Bereinigt werden unter anderem ein marktübliches Geschäftsführergehalt, private Kosten und Einmalprojekte. Vom Unternehmenswert werden Finanzschulden abgezogen und überschüssige Liquidität addiert. Reine Umsatz-Multiples dienen nur der Plausibilisierung.

Was ist ein Earn-out und muss ich einen akzeptieren?

Ein Earn-out ist ein variabler Kaufpreisteil, der an die Ergebnisse der nächsten 1 bis 3 Jahre gekoppelt ist. Bei Dienstleistern ist er marktüblich, weil Kundenbeziehungen übertragen werden müssen. Die Preisvorstellungen der Inhaber sind seit 2019 um rund 34 % gestiegen (KfW, Januar 2026), Earn-outs schließen die Lücke zum Käufer-Case. Wichtig sind messbare Kriterien und Schutzklauseln gegen Eingriffe des Käufers in die Ergebnisrechnung.

Was passiert mit meinen Mitarbeitern beim Verkauf?

Beim Share Deal bestehen alle Arbeitsverhältnisse unverändert fort, beim Asset Deal gehen sie nach Paragraf 613a BGB automatisch auf den Erwerber über. Käufer von Dienstleistern kaufen vor allem das Team. Fachkräftemangel zählt laut VBI-Konjunkturumfrage 2026 zu den größten Sorgen der Branche, entsprechend sichern Erwerber Schlüsselmitarbeiter mit Stay-Boni und Entwicklungsperspektiven. Stellenabbau ist bei Add-on-Käufen die Ausnahme.

Wie stark drückt die Abhängigkeit von mir als Inhaber den Preis?

Personenabhängigkeit ist bei Dienstleistern einer der häufigsten Abschlagsgründe. Hängen Schlüsselkunden und Fachwissen am Inhaber, verschiebt der Käufer Kaufpreis in den Earn-out und verlangt eine längere Mitarbeit, marktüblich sind 12 bis 36 Monate. Wer zwei bis drei Jahre vor dem Verkauf eine zweite Führungsebene aufbaut und Kundenbeziehungen verteilt, verhandelt besser. Das ist der wichtigste vorbereitbare Werthebel.

Mein Geschäft ist projektbasiert. Bin ich trotzdem verkäuflich?

Ja, die Struktur unterscheidet sich aber. Käufer vergüten die Substanz aus Team, Kundenbeziehungen und Spezialisierung mit einem Basispreis und binden den Rest an die Fortschreibung der Ergebnisse. Der Agenturmarkt schrumpfte 2025 im Schnitt um 2,7 %, 43,7 % der Agenturen wuchsen trotzdem (GWA Frühjahrsmonitor 2026). Im Planungsmarkt kaufen Gruppen wie Sweco laufend deutsche Büros zu, im Juli 2026 zum Beispiel STEIN Ingenieure (Sweco, Juli 2026).

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf?

Der M&A-Markt für B2B-Dienstleister ist aktuell so aktiv wie selten, was für einen Verkauf in den kommenden Jahren spricht. Im Prüf- und Zertifizierungssektor gab es 2024 weltweit 267 Transaktionen, 84 % mehr als 2020 (Baker Tilly 2025). Käufer wie CERTANIA, Normec und SOCOTEC kaufen 2025/2026 in Deutschland zu. Gleichzeitig streben bis 2029 jährlich rund 109.000 Mittelständler eine Nachfolge an (KfW, Januar 2026). Der richtige Zeitpunkt bleibt trotzdem eine individuelle Entscheidung, gute Vorbereitung zählt mehr als Timing.

Welche Rolle spielen Zulassungen und Akkreditierungen beim Verkauf?

Regulatorische Zulassungen entscheiden oft über die Deal-Struktur. DAkkS-Akkreditierungen bei Prüfdienstleistern, die seit Januar 2025 zentrale RDG-Registrierung beim Bundesamt für Justiz im Inkasso und Kammerzulassungen bei Planungsgesellschaften sind teils an die Gesellschaft, teils an Personen gebunden. Das beeinflusst die Wahl zwischen Share Deal und Asset Deal und sollte vor Prozessstart geklärt sein, sonst drohen Verzögerungen.

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